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ISSN 1610-0611
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Papier Unionn: Papier aus Raubbau!

Papier Union verdient an der Zerstörung der indonesischen Tropenwälder
ROBIN WOOD fordert: Papierhändler soll auf Papier aus Raubbau verzichten

ROBIN WOOD-AktivistInnen protestieren heute (am 19.11.02) vor der Hauptverwaltung der Papier Union in Hamburg gegen den Handel mit Papier aus Raubbau. Mit
Transparenten, dem Kreischen von Motorsägen und Flugblättern klagen die
UmweltschützerInnen an, dass der Papierhändler Produkte des Konzerns APRIL
abnimmt, der die letzten tropischen Wälder auf Sumatra zerstört. In einem
Schreiben an den Vorsitzenden der Geschäftsführung von Papier Union, Arndt
Klippgen, fordert die Umweltorganisation, das Unternehmen solle dieses
Papier nicht länger vertreiben. Außerdem soll der Großhändler sicherstellen,
dass er generell keine Papierprodukte aus Urwäldern mehr verkauft. Papier
Union ist mit einem Jahresumsatz von 550 Millionen Euro eines der größten
Papierhandelsunternehmen in Deutschland und beliefert Großunternehmen,
Verlage und Einzelhändler.

Papier Union hatte gegenüber ROBIN WOOD schriftlich erklärt, APRIL betreibe
nachhaltige Forstwirtschaft. Tatsächlich hat der Konzern bisher 240.000
Hektar Tropenwald auf Sumatra zerstört, um seine Zellstofffabrik in der
Provinz Riau auszulasten, die weltweit zu den größten zählt. Die Weltbank
schätzt, dass schon in drei Jahren die Wälder auf Sumatra geplündert sind.
Dokumentationen belegen außerdem, dass APRIL Ureinwohner von ihrem Land
vertrieben und Flüsse verschmutzt hat.

"In der Papierbranche ist lange bekannt, dass die Zellstoffproduktion in
Indonesien eine ökologische Katastrophe darstellt," sagt Tropenwald-Experte
Jens Wieting von ROBIN WOOD.
"Wenn Papier Union etwas am Erhalt des Naturerbes der Menschheit liegt, darf
der Papierhändler nicht länger die Raubbau-Produkte von Konzernen wie APRIL
abnehmen."

Auch in nicht-tropischen Regionen zerstört die Industrie Wälder für die
Zellstoffproduktion. Insbesondere in Kanada, Nordrussland und Skandinavien
fallen die letzten natürlichen Waldgebiete der Holz- und Papierproduktion
zum Opfer. "Die KundInnen in Deutschland wollen kein Papier aus
Waldzerstörung. Deshalb müssen Papier Union und auch der übrige deutsche
Handel das gesamte Papiersortiment überprüfen und Papier aus Waldzerstörung
aus dem Sortiment nehmen", fordert ROBIN WOOD-Waldreferent Rudolf Fenner.

Erste Erfolge hat der Druck der UmweltschützerInnen bereits gebracht. Nach
Protesten im März dieses Jahres hat sich der Karstadt-Konzern gegenüber
ROBIN WOOD verpflichtet, auf den Verkauf von Tropenholz-Papier der Firma
Asia Pulp and Paper (APP) zu verzichten. Außerdem forderte Karstadt seine
Lieferanten auf, ihre Holzquellen zu überprüfen, um Papier aus Raubbau
auszuschließen.
Ein Hintergrundpapier zu APRIL, das Schreiben an Papier Union sowie die
Broschüre "Mehr Recyclingpapier! Für den Erhalt der Wälder" erhalten Sie in
der ROBIN WOOD-Pressestelle. Aktuelle Infos und ein Email-Protest finden Sie
auch unter http://www.robinwood.de/urwaldpapier.



ROBIN WOOD-Info 19.11.02


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