 |
|
 |
 |
 |
 |
Politgeschacher auf Kosten der Sicherheit
|
|
|
Politgeschacher auf Kosten der Sicherheit ROBIN WOOD kritisiert Laufzeitverlängerung des Schrottreaktors Obrigheim
"SPD und Grüne haben mit ihrer Entscheidung zu Obrigheim demonstriert, dass der Atomausstieg nur auf dem Papier steht. In der Realität dürfen selbst Schrottreaktoren am Netz bleiben, wenn es der Kanzler so will", kommentiert Bettina Dannheim, Energiereferentin von ROBIN WOOD den gestrigen Deal, das AKW Obrigheim - entgegen den Vereinbarungen im Atomkonsens - noch zwei weitere Jahre am Netz zu lassen. "Auch unter Rot-Grün steht die Wirtschaftlichkeit einer Atomanlage höher im Kurs als deren Sicherheit."
Obrigheim, der mit 33 Betriebsjahren älteste deutsche Atommeiler, gilt allgemein als Schrottreaktor. In den vergangenen drei Jahrzehnten musste die Energie Baden-Württemberg (EnBW) für Gutachten und Nachrüstungen des Meilers mehr als das Doppelte der Baukosten ausgeben. Doch auch diese Investitionen haben nicht geholfen. Obrigheim zählt noch immer zu den unsichersten Reaktoren in Europa.
Ursprünglich sollte das Kraftwerk als Demonstrationsanlage für deutsche Druckwasserreaktoren betrieben werden. Erst nach 21 Jahren Probebetrieb erhielt das AKW im Jahr 1992 die reguläre Betriebsgenehmigung - obgleich die Anlage nicht behebbare sicherheitstechnische Defizite aufweist. Hierzu gehören:
§ die zunehmende Versprödung des Reaktordruckbehälters § ein unzureichender Bruchausschluss der Hauptkühlmittelleitung § ein unzureichender Schutz gegen Flugzeugabstürze und § ein unzureichender Schutz gegen Erdbeben.
Außerdem ist der Betreiber der Anlage offensichtlich nicht zuverlässig. So wurde vor wenigen Tagen bekannt, dass die Betriebsführung der Anlage Fehler im Notkühlsystem über zehn Jahre lang ignorierte. Ein Störfall wäre, so Bundesumweltminister Trittin, nicht beherrschbar gewesen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt wegen "unerlaubten Betreibens einer kerntechnisch Anlage".
"Die Sicherheit der BürgerInnen ist zur Verhandlungsmasse im Koalitions-Poker verkommen", kritisiert Dannheim. "SPD und Grüne haben, noch bevor ihre Koalition steht, ihre Glaubwürdigkeit in der Atompolitik verspielt."
Ute Bertrand, Pressesprecherin, Hamburg, den 15.10.2002
|
nach oben
--< zurück
•--vorwärts >
↑ nach oben
|
Laufzeit fuer das AKW Obrigheim verlängert | Vertuschter Nuklearunfall
|
|