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Greenpeace protestiert auf Parteitag der Gruenen
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Greenpeace protestiert auf Parteitag der Gruenen fuer Atomausstieg "Obrigheim muss 2003 abgeschaltet werden"
Bremen, 18.10.2002 - Fuer ein schnelles Abschalten des Atomkraftwerks Obrigheim haben Greenpeace-Aktivisten heute beim Parteitag der Gruenen in Bremen protestiert. Auf dem Banner steht: "Gruene Glaubwuerdigkeit haengt am Atomausstieg". Zudem symbolisiert der langsam schwindende Sand in einer rund drei Meter hohen Eier-Uhr den Glaubwuerdigkeitsverlust der Gruenen. "Die Gruenen verlieren an Substanz, je laenger das Ende der Atomkraft verzoegert wird" sagt Sven Teske, Energie-Experte von Greenpeace. "Wir fordern die Parteitagsdelegierten auf, dem faulen Kompromiss zwischen Schroeder und Trittin zu Obrigheim nicht zuzustimmen und sich fuer einen konsequenten Atomausstieg einzusetzen."
Greenpeace warnt davor, dass die Laufzeitverlaengerung fuer Obrigheim nur der Anfang ist: "Wie will die Regierung denn bei anderen alten Reaktoren eine laengere Laufzeit abschlagen, wenn es fuer den Uralt- Reaktor Obrigheim eine Verlaengerung gibt?" fragt Teske. Rechtlich zulaessig waere sogar, dass fuer Obrigheim selbst nach Ablauf der nun vereinbarten 5.500 Gigawattstunden ein weiterer Antrag auf Laufzeitverlaengerung gestellt wird. "Die gruene Delegierten muessen jetzt ein klares Zeichen setzen. Sie haben sich lange genug von Schroeder und Trittin hinters Licht fuehren lassen. Obrigheim muss schnell vom Netz. Ausnahmen vom Ausstieg fuer alte Reaktoren darf es nicht geben."
Der Fall Obrigheim ist nicht der einzige Knackpunkt, der sich im Kleingedruckten des Atomkonsenses verbirgt. So wurde in den Koalitionsverhandlungen deutlich, dass die SPD offensichtlich bereit ist, den Standort Gorleben als Endlager fuer Atommuell zu akzeptieren. Die SPD lehnte eine Forderung der Gruenen rundweg ab, das Erkunden von alternativen Endlagerstandorten - wie bisher ueblich - von den Energiekonzernen finanzieren zu lassen, die fuer den Atommuell verantwortlich sind. Es soll mit den Atomfirmen lediglich ueber deren finanzielle Beteiligung verhandelt werden - mit wenig Aussicht auf Erfolg, da sie am Endlager Gorleben festhalten wollen.
18. Oktober 2002
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