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ROBIN WOOD-Aktion auf der Kölner Reisemesse

Klimakiller Flugverkehr
ROBIN WOOD-Aktion auf der Kölner Reisemesse

ROBIN WOOD-AktivistInnen haben heute (1.12.2002) vor den Toren der Kölner Messe
Reisemarkt gegen den rapide wachsenden Flugverkehr protestiert. Über den
Köpfen der BesucherInnen spannten sie ein Transparent mit der Aufschrift:
"FKK: FLIEGEN KILLT KLIMA". In kurzen satirischen Szenen nahmen sie
notorische Vielflieger aufs Korn. Außerdem verteilten sie Flugblätter an die
BesucherInnen der Publikumsmesse. Darin informierten sie darüber, dass das
Fliegen mehr als alle anderen Fortbewegungsarten Umwelt und Klima schädigt
und zeigten Wege für einen umweltverträglichen Tourismus auf.

Während die Flugpassagierzahlen in luftige Höhen schnellen, rauschen die
Preise fürs Fliegen in den Keller. Flogen 1980 noch 37 Millionen Menschen
von deutschen Flughäfen, so waren es im Jahr 2001 schon über 120 Millionen.
Allein ins Urlaubsland Spanien jetteten im Jahr 2000 neun Millionen
Passagiere. Billig-Airlines preisen in Zeitungsannoncen Flüge sogar zum
Nulltarif an. Nur Steuern und Gebühren müssten gezahlt werden.
"Dumpingpreise verleiten dazu, in den Flieger zu steigen. Ökologisch
vernünftig wäre es dagegen, dass weniger zahlt, wer umweltfreundlich reist",
erläuterte ROBIN WOOD-Sprecherin Irmgard Kahl.

Fliegen ist nur solange billig, wie die Folgekosten für Umwelt und Klima
unberücksichtigt bleiben. So schädigen Flugzeuge das Klima besonders stark,
weil sie ihre Abgase in Höhen von 10.000 bis 12.000 Metern über dem Erdboden
ausstoßen, wo sie weitaus klimaschädlicher wirken als am Erdboden. Einen
Eindruck, wie verheerend und teuer die Wirkungen des Klimawandels werden
können, hat in diesem Jahr die Flutkatastrophe an der Elbe gezeigt.

Obwohl die ökologischen Schäden und gesundheitlichen Belastungen etwa durch
Fluglärm unbestritten sind, fördert der Staat bislang den Flugverkehr. So
ist Flugbenzin steuerfrei. Auf internationale Flugtickets wird keine
Mehrwertsteuer erhoben.

ROBIN WOOD fordert, dass diese Wettbewerbsverzerrung zu Lasten
umweltfreundlicher Verkehrsmittel wie der Bahn zügig abgebaut werden. Erste
Vereinbarungen, die in die richtige Richtung weisen, haben SPD und Grüne im
Koalitionsvertrag getroffen. ROBIN WOOD erwartet, dass die Bundesregierung
nun zügig den Worten Taten folgen lässt. So sollte sie auf internationale
Tickets Mehrwertsteuer erheben und deutschlandweit Start- und Landegebühren
für Flugzeuge vorschreiben, die sich nach dem Ausstoß von Schadstoffen
richten. Auf EU-Ebene muss sich das Bundesverkehrsministerium erfolgreicher
als bislang für die Kerosinsteuer und die europäische Emissionsabgabe
einsetzen.
ROBIN WOOD-Regionalgruppe Köln
1.12.2002


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