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ISSN 1610-0611
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Umweltkatastrophe in der Ostssee verhindern!

WWF fordert Fahrverbot für Uralt-Tanker „Byzantio“
Umweltkatastrophe in der Ostssee muss um jeden Preis verhindert werden

Stralsund, Angesichts einer zweiten möglichen Umweltkatastrophe in der Ostsee durch den Uralt-Tanker „Byzantio“ fordert der WWF schärfere Kontrollen und Sicherheitsstandards für Schiffe mit gefährlicher Ladung. Der 26 Jahre alte Einhüllentanker „Byzantio“ hat 53.000 Tonnen Schweröl geladen, ist wie der havarierte Tanker „Prestige“ von der Firma Crown Ressource gechartert und soll quer über die Ostsee und durch den Ärmelkanal nach Singapur fahren, also auf einer ähnlichen Route wie die „Prestige“. Auf Druck der französischen Behörden wird der Tanker noch in Estland festgehalten und erneut auf Sicherheit überprüft.

„Eine Tankerhavarie in der Ostsee würde eine Umweltkatastrophe von gleichem Ausmaß zur Folge haben wie vor Galiziens Küste“, warnte Jochen Lamp vom
WWF. „Ein Massensterben von Meeresvögeln wäre hier die Folge. Derzeit halten sich Millionen von Meeresenten vor Deutschlands Ostseeküste auf, ihrem wichtigsten Überwinterungsgebiet. Deshalb darf der Tanker den Hafen Tallinn so lange nicht verlassen, bis sichergestellt ist, dass allen EU-Sicherheitsregeln entsprochen wird. Darüber hinaus ist eine sofortige Überprüfung der Festigkeit der Schiffswände erforderlich“.

Die Gefahr einer Umweltkatastrophe mit massiven Langzeitfolgen durch Schrotttanker auf unseren Meeren besteht täglich. Deshalb sind nach Ansicht des WWF
strengere Richtlinien für Schiffe in europäischen Gewässern, unabhängig vom Herkunftsland und das Verbot von Tankern ohne Doppelwand dringend nötig. In der Ostsee sind dies 30% der Tanker. In besonders wertvollen und empfindlichen Meeresgebieten wie der Ostsee und auch der Nordsee ist die Ausweisung von besonderen Meeresschutzgebieten (PSSA) durch die internationale Schifffahrtsorgansation IMO nötig.

Auch die europäischen Regierungen haben die Brisanz für unsere Meere erkannt und bereiten auf der Verkehrsministerkonferenz am 5./6. Dezember konkrete
Schritte vor, um Schrotttankern die Durchfahrt zu verweigern. Der WWF fordert den deutschen Verkehrsminister Stolpe auf, die Ausweisung eines Schutzgebietes für die Ostsee inklusive der Lotsenpflicht und des Verbotes von Einhüllentankern zu beschließen.

Schnellst möglich sollten auch die Lotsen verpflichtet werden, Sicherheitsmängel sofort den Behörden zu melden und damit gefährdende Schiffe sofort in die nächsten
Häfen zu beordern. Außerdem muss die Haftungspflicht für Reedereien auf die Umweltfolgen und deren Beseitigung ausgeweitet werden, damit es sich für die Reeder nicht mehr lohnt, fahrende Zeitbomben auf die Meere zu schicken.

WEITERE INFORMATIONEN
http://www.wwf.de/presse/pressearchiv/artikel/00768/index.html

KONTAKT
Jochen Lamp, Projektbüro Ostsee, WWF Deutschland, Tel.: 0 38 31/297018, 0160-90613817
Gabriele Kranz, WWF Deutschland, Tel.: 04 21/6 58 46-18, Fax: -12.

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28.11.02


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