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ISSN 1610-0611
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Ares nun wohl doch am Ende

Ares nun wohl doch am Ende
Weiterer Meilenstein bei der Verhinderung des Wettbewerbes auf dem
Strommarkt besiegelt fur viele Verbraucher das Ende gunstiger Strompreise

Der Stromhandler ares wird nun, wie aus der Branche zu horen ist, doch
nicht von Riva ubernommen. Riva ist mit Datum vom 20.12. von der
Vereinbarung mit ares zuruckgetreten. Unsichere gesetzliche Regelungen,
Abwicklungsprobleme mit den Netzbetreibern sowie massive Forderungen nach
Sicherheitsleistungen der Altversorger und extrem kurze Zahlungsfristen
hatten eine Sanierung unmoglich gemacht, so der ares-Geschaftsfuhrer.
Betroffen sind etwa 200.000 Kunden, allein bei der e.dis 17.000 in
Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.
Die Stromversorgung aller ares- Kunden ist dennoch gesichert. Der
Netzbetreiber ist gesetzlich zur Versorgung zum Allgemeinen Tarif
verpflichtet. Auch das Abkassieren uberhohter Tarife wegen angeblicher
"Notstromversorgung" ist nach Auffassung der Verbraucherzentrale
Mecklenburg-Vorpommern unrechtma?ig. Deshalb rat die Verbraucherzentrale
den betroffenen Verbrauchern:
den Zahlerstand abzulesen und zu notieren, damit die Abgrenzung zwischen
der ares-
Versorgung und der Versorgung durch den Netzbetreiber klar gezogen
werden kann
wer seinen Strom nicht beim Netzbetreiber beziehen will, sollte einen neuen
Stromversorger wahlen
keine Zahlungen mehr an ares leisten
keine uberhohten Notstromtarife an den Netzbetreiber bezahlen, sondern nur
die allgemeinen Tarife
bei Problemen Rat suchen bei den Verbraucherberatungsstellen (ab 02.01.03).

Mit dem Untergang von ares wird wiederum deutlich, dass die gegenwartige
Handhabung des Wettbewerbes auf dem Strommarkt in Deutschland, namlich der
verhandelte Netzzugang, zur Folge hat, dass die gro?en
Stromversorgungsunternehmen die Kontrolle uber das Stromnetz behalten und
durch uberhohte Netznutzungsentgelte, die immerhin 70% des zu zahlenden
Strompreises bei privaten Haushalten ausmachen, den neuen Stromlieferanten
die Existenz wesentlich erschweren konnen.
Deshalb fordern die Verbraucherverbande seit langem von der Politik,
endlich, wie auf dem Telekommunikationsmarkt mit mehr Erfolg praktiziert,
einen gesetzlich geregelten Netzzugang zu schaffen und durch eine
Regulierungsbehorde den Preis und die Konditionen des Netzzuganges
genehmigen zu lassen.
Sonst wird es wohl in Deutschland keinen funktionierenden Energiemarkt
geben und damit auch auf lange Sicht auf Preisvorteile fur den Verbraucher
verzichtet, wahrend die Gewinne der Energieriesen weiter steigen.


Andreas Ptak
Tel. (0381) 4 93 98 12 Fax (0381) 4 93 98 30 Internet
www.verbraucherzentrale-mv.de

23. Dezember 2002


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