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ISSN 1610-0611
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Feuer und Flamme fur "treue" Kunden

Feuer und Flamme fur "treue" Kunden

Flussiggasunternehmen lieben es "lebenslanglich"

"Dieses Abkommen wird auf 15 Jahre abgeschlossen und verlangert sich
jeweils um 10 Jahre, wenn der Kunde nicht mit einer Frist von 3 Monaten vor
Ablauf mittels Einschreiben kundigt." Was hier wie "lebenslanglich" fur den
Verbraucher klingt, ist kein Ehevertrag, sondern der Wortlaut eines
Regelwerkes, wie es noch vor ein paar Jahren in der Flussiggasbranche
nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern so und ahnlich vorkam. Den Verbraucher
wenn moglich ein Leben lang binden, den Wettbewerb ausschalten und die
Preise diktieren - das war und ist offenbar Ziel vieler
Flussiggasunternehmen. Glucklicherweise ist mittlerweile hochstrichterlich
eine derartige Vertragsgestaltung untersagt worden. Nur wenn ausdrucklich
individuelle Absprachen zu so einem Dokument fuhren, ist es gestattet. Doch
wer will das schon ...
Statt sich endlich dem Wettbewerb zu stellen, versuchen einige Anbieter
weiterhin den Wechsel zur Konkurrenz moglichst schwer, sprich teuer, zu
machen. Eine Variante dabei ist, bei Vertragskundigung extrem hohe
Forderungen zu erheben, z.B. eine sogenannte Lieferausfallentschadigung von
mehreren tausend Euro. Einige Hundert Euro kommen noch dazu fur den Ausfall
der Wartungspauschale. Fragt man sich warum, wenn doch gar nichts mehr zu
warten ist. Um ahnliche Summen geht es auch, wenn sich der Kunde dazu
uberreden lasst, Baukosten fur seine Tankanlage zu ubernehmen, auf denen er
sitzen bleibt, mochte er das Gas von einem preiswerteren Konkurrenten
beziehen; denn dann demontiert der Vorlieferant die Anlage.
Eine ganz neue Masche hat sich die Firma Drachengas aus Frankfurt/M.
einfallen lassen. Auch dieses Unternehmen entlasst ihre Kunden nur gegen
Bares. Diesmal sind einige Hundert Euro fallig fur den Abtransport und die
Reinigung des Gasbehalters. Teuer wird es dadurch, dass Drachengas nicht
nur fur das Holen des Tanks einen hohen Betrag verlangt sondern daruber
hinaus darauf besteht, dass er mit vier Flaschen Stickstoff gereinigt
werden muss. Dieser Reinigungsfimmel, der bei den anderen Firmen nicht
ausbricht, soll den Ex-Kunden schlappe 200 Euro kosten.
Deshalb rat die Verbraucherzentrale: Wer sich Flussiggas vom jeweils
gunstigsten Anbieter liefern lassen will und das zu einem Zeitpunkt, den er
bestimmt, muss seine Tankanlage selbst finanzieren. Moglich ist aber auch
ein Mieten oder Leasen, wichtig nur, dass man sich nicht verpflichtet, nur
bei einem bestimmten Anbieter sein Gas zu beziehen. Weitere Informationen
bieten die Beratungsstellen der Verbraucherzentrale.

Andreas Ptak
www.verbraucherzentrale-mv.de

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