Feuer und Flamme fur "treue" Kunden
Flussiggasunternehmen lieben es "lebenslanglich"
"Dieses Abkommen wird auf 15 Jahre abgeschlossen und verlangert sich jeweils um 10 Jahre, wenn der Kunde nicht mit einer Frist von 3 Monaten vor Ablauf mittels Einschreiben kundigt." Was hier wie "lebenslanglich" fur den Verbraucher klingt, ist kein Ehevertrag, sondern der Wortlaut eines Regelwerkes, wie es noch vor ein paar Jahren in der Flussiggasbranche nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern so und ahnlich vorkam. Den Verbraucher wenn moglich ein Leben lang binden, den Wettbewerb ausschalten und die Preise diktieren - das war und ist offenbar Ziel vieler Flussiggasunternehmen. Glucklicherweise ist mittlerweile hochstrichterlich eine derartige Vertragsgestaltung untersagt worden. Nur wenn ausdrucklich individuelle Absprachen zu so einem Dokument fuhren, ist es gestattet. Doch wer will das schon ... Statt sich endlich dem Wettbewerb zu stellen, versuchen einige Anbieter weiterhin den Wechsel zur Konkurrenz moglichst schwer, sprich teuer, zu machen. Eine Variante dabei ist, bei Vertragskundigung extrem hohe Forderungen zu erheben, z.B. eine sogenannte Lieferausfallentschadigung von mehreren tausend Euro. Einige Hundert Euro kommen noch dazu fur den Ausfall der Wartungspauschale. Fragt man sich warum, wenn doch gar nichts mehr zu warten ist. Um ahnliche Summen geht es auch, wenn sich der Kunde dazu uberreden lasst, Baukosten fur seine Tankanlage zu ubernehmen, auf denen er sitzen bleibt, mochte er das Gas von einem preiswerteren Konkurrenten beziehen; denn dann demontiert der Vorlieferant die Anlage. Eine ganz neue Masche hat sich die Firma Drachengas aus Frankfurt/M. einfallen lassen. Auch dieses Unternehmen entlasst ihre Kunden nur gegen Bares. Diesmal sind einige Hundert Euro fallig fur den Abtransport und die Reinigung des Gasbehalters. Teuer wird es dadurch, dass Drachengas nicht nur fur das Holen des Tanks einen hohen Betrag verlangt sondern daruber hinaus darauf besteht, dass er mit vier Flaschen Stickstoff gereinigt werden muss. Dieser Reinigungsfimmel, der bei den anderen Firmen nicht ausbricht, soll den Ex-Kunden schlappe 200 Euro kosten. Deshalb rat die Verbraucherzentrale: Wer sich Flussiggas vom jeweils gunstigsten Anbieter liefern lassen will und das zu einem Zeitpunkt, den er bestimmt, muss seine Tankanlage selbst finanzieren. Moglich ist aber auch ein Mieten oder Leasen, wichtig nur, dass man sich nicht verpflichtet, nur bei einem bestimmten Anbieter sein Gas zu beziehen. Weitere Informationen bieten die Beratungsstellen der Verbraucherzentrale.
Andreas Ptak www.verbraucherzentrale-mv.de Tipps der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern
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