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Geflügelfleisch aus tiergerechter Haltung...
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Verbraucherzentrale stellt fest: Geflügelfleisch aus tiergerechter Haltung kaum im Angebot
In vielen Familien gehören Pute oder Huhn so selbstverständlich wie Tannenbaum und süße Leckereien zu Weihnachten. Doch nur ein kleiner Teil des Angebots stammt aus einer artgerechten Tierhaltung. Ein Marktcheck der Verbraucherzentrale in 61 Geschäften von 5 Städten im Oktober/November brachte an den Tag, dass nur 21 der besuchten Geschäfte Geflügelfleisch aus Extensivhaltung führten. Bei 13 Geschäften handelte sich es um Bio-Geflügel, die grundsätzlich extensiv gehalten werden. So bleiben lediglich 8 Geschäfte mit konventioneller Ware übrig. Nach Meinung der Verbraucherzentrale sollte das Angebot dringend erweitert werden. Denn immer mehr Verbraucher wollen Geflügelfleisch aus tiergerechter Haltung auf den Tisch bringen. Und sind durchaus bereit, dafür auch mehr zu zahlen.
Ziel des Marktchecks war es, festzustellen, ob es ein Angebot mit den ausschließlichen Angaben „extensive Freilandhaltung“, „Auslaufhaltung“, „bäuerliche Auslaufhaltung“, „bäuerliche Freilandhaltung“ oder „Bio“ bzw. „Öko“ gibt. Wenn die Bezeichnungen hiervon abweichen, muss nämlich davon ausgegangen werden, dass das Geflügel aus der üblichen Intensivhaltung stammt.
Ein Ärgernis: Bei der Suche nach Geflügelfleisch aus extensiver Haltung mussten die Beratungskräfte aus einer Vielzahl von Bezeichnungen nach den definierten Haltungsformen suchen. Und wo es keine schriftliche Kennzeichnung gab, waren sie auf oft ungenaue Informationen des Verkaufspersonals angewiesen. Dabei kommt es immer wieder vor, dass Kunden mit blumigen, nichtssagenden Idyllen in die Irre geführt werden.
Neben der Haltungsform von Geflügelfleisch wünschen viele Verbraucher weitere Angaben, z. B. darüber, wo die Tiere gehalten wurden. Bei Geflügelfleisch aus anderen EU-Mitgliedstaaten ist lediglich die Angabe des letzten Verarbeitungsbetriebes (zumeist der Schlacht- und Zerlegebetrieb) vorgeschrieben. Ein „D“ im ovalen Genusstauglichkeitskennzeichen besagt daher noch nichts über die tatsächliche Herkunft des Geflügels. Wie eine gute Kennzeichnung bei Huhn und Pute konkret aussehen könnte, zeigt eine Infoecke in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale. Hier kann auch der Einkaufsführer „Appetit auf Huhn und Pute“ abgeholt werden.
Thomas Hagen Pressestelle Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein e. V.
16.12.2002
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