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Neue 0190er Kostenfalle
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Neue 0190er Kostenfalle als„innovativer Mehrwertdienst“ getarnt?
Die Betreiber des Münchener Telekommunikationsanbieters „prompt GmbH & Co. KG“ haben sich eine besonders trickreiche Masche einfallen lassen, um über die Telefonrechung an das Geld von Telefonkunden zu kommen. Sie bedienen sich dabei des R-Gesprächs, bei dem der Angerufene die Kosten übernimmt. Bekannt ist dieses System seit langem aus den USA. „prompt“ hat die Technik des R-Gesprächs nun mit kostenpflichtigen Servicenummern - z. B. den bekannten 0190-Nummern - verbunden. Beispiel: Ein Kunde möchte regelmäßig per Telefon geweckt oder über Bewegungen auf dem Aktienmarkt unmittelbar informiert werden.
Wo ist der Haken? Die Aufforderung zum Rückruf kann bei „prompt“ jeder zu jedem beliebigen Festnetzanschluss in Auftrag geben. Ein Betrüger könnte also massenhaft irgendwelche Festnetzanschlüsse anwählen lassen, um dann mittels 0190-Nummer für 1,99 €/min über die Telefonrechnung abzukassieren. Laut „prompt“ muss der Angerufene dem Rückruf per Tastendruck zustimmen, bevor eine teure Verbindung geschaltet wird. Was ist, wenn Unbefugte, Kinder oder verunsicherte Personen die Taste drücken und das teure Gespräch zu laufen beginnt?
Erschwerend kommt hinzu, dass der Rückruf auch über kostenfreie 0800-Nummern in Auftrag gegeben werden kann. Diese Nummern werden aus datenrechtlichen Gründen nicht gespeichert. Im Falle eines Widerspruchs, der ein Gerichtsverfahren nach sich ziehen kann, hat der betroffene Telefonkunde ganz schlechte Karten, weil er z.- B. nicht mehr beweisen kann, dass der vorgeschriebene Kostenhinweis nicht erfolgte.
Fazit: Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein sieht lediglich Nutzen für die Firma „prompt“. Allen Festnetzkunden hingegen drohen finanzielle Schäden durch die vielen Betrüger, die im 0190-Bereich ihr Unwesen treiben.
Geschädigte sollten daher den streitigen Teil Ihrer Telefonrechung einbehalten und sich an die Beratungsanwälte der Verbraucherzentrale wenden.
Thomas Hagen Pressestelle Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein e. V.
22.10.2002
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