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ISSN 1610-0611
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WWF: Beim Weinkauf auf Korkverschlüsse achten

Öko-Tipp zu den Feiertagen: Die Korken knallen lassen

WWF: Beim Weinkauf auf Korkverschlüsse achten

Plastik- und Drehverschlüsse für Sekt- und Weinflaschen sind auf dem Vormarsch. Nicht nur Weinliebhaber, sondern auch Naturschützer sehen die Entwicklung mit Grausen. Durch den schleichenden Abschied vom Flaschenkorken gerät eine der ältesten Kulturlandschaften Europas unter Druck: die Korkeichenwälder im Mittelmeerraum. Die Landschaft bietet mit ihrer einzigartigen Mischung aus Land, Wald- und Weidelandschaft für viele bedrohte Arten wie den Iberischen Luchs oder den Königsadler eine letzte Zuflucht. „Mit sinkender Nachfrage nach Kork wird es profitabler, auf Standort fremde Eukalyptus- und Pinienplantagen umzusteigen. Leider begünstigt dies einen Vormarsch der Wüste und vernichtet den Lebensraum für viele bedrohte Arten“, sagt Helma Brandlmaier vom europäischen Waldprogramm des WWF. Der WWF fordert deshalb Wein- und Sekttrinker dazu auf, beim Einkauf auf Korkverschlüsse zu achten. Gerade zu den Feiertagen sei dies eine der einfachsten und zugle!
ich angenehmsten Formen des Naturschutzes.

Rund 99 Prozent der weltweiten Korkernte kommt aus dem mediterranen Raum. Jährlich werden dort neben anderen Korkprodukten rund 15 Milliarden
Weinkorken produziert. Hauptexportland ist Portugal. „Korkbewirtschaftung ist ein gutes Beispiel für ökologische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Ein dauerhafter Bestand der Korkeichenwälder wird durch ihre Nutzung gewährleistet“, sagt Brandlmaier. Kork kann nur alle neun Jahre geerntet werden. Solange brauchen die Eichen, bis ihre Rinde nachgewachsen ist. Die Arbeiter ziehen die Korkbahnen mit speziellen Äxten wie Bananenschalen ab. Dazu muss kein Baum gefällt werden. An dieser jahrhundertealten Bewirtschaftung hat sich fast nichts geändert, seit der Benediktinermönch Dom Perignon zum ersten Mal auf die Idee kam, Weinflaschen mit dem nachwachsenden Rohstoff zu verschließen.

Der WWF befürchtet, dass die Korkeichenwälder großflächig verschwinden, wenn der Marktanteil von Kunststoff- und Alu-Verschlüssen weiter wächst. Derzeit
sind bereits acht Prozent aller Verschlüsse aus den billigeren Alternativen zu Kork. Prognosen zufolge könnte diese Zahl in den nächsten Jahren auf mehr als 30 Prozent steigen. Nach Einschätzung des WWF werde es spätestens dann eng für viele bedrohte Arten. Der Iberische Luchs ist schon jetzt die seltenste Großkatze der Welt und seltener als der sibirische Tiger. „Ihr Überleben hängt vom Erhalt der Korkwälder ab. Weintrinker können mit der richtigen Wahl des Flaschenverschlusses dieser faszinierenden Großkatze eine Chance geben“, so Helma Brandlmaier.

WWF Deutschland
Rebstöcker Straße 55
60326 Frankfurt
23.12.2002


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