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Atommüll-Endlager
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EU-Kommission und Energiekonzerne untergraben Suche nach geeignetem Atommüll-Endlager ROBIN WOOD fordert öffentlich-rechtlichen Fonds für Rückstellungen
Der "Arbeitskreis Auswahlverfahren Endlagerstandorte" (AkEnd) übergibt heute seinen Abschlussbericht an Bundesumweltminister Trittin. ROBIN WOOD fordert die Bundesregierung auf, den neuen Weg bei der Endlagersuche konsequent zu beschreiten und auf Gorleben als atomares Endlager zu verzichten. Außerdem fordert ROBIN WOOD, dass die Rückstellungen der Energiekonzerne in einen öffentlich-rechtlichen Fonds überführt werden, um die Finanzierung der Endlager-Suche zu sichern.
Auf Widerstand trifft Trittin mit dem neuen Verfahren der Endlagersuche außer bei den Energiekonzernen auch bei der EU-Kommission. Anfang November dieses Jahres legte die Generaldirektion Energie und Verkehr der Europäischen Kommission einen Richtlinien-Entwurf vor. Demnach müssten alle EU-Mitgliedsstaaten spätestens im Jahr 2018 Atommüll-Endlager in Betrieb nehmen - im eigenen oder einem anderen EU-Mitgliedsland. Bereits im Jahr 2008 sollen die Genehmigungen zum Ausbau der Endlagerstätten vorliegen. EU-Kommissarin Loyola de Palacio will die Richtlinie bis Anfang 2004 in Kraft gesetzt wissen. Ganz andere Zeitvorstellungen liegen dem Konzept des AkEnd zugrunde. Demnach könnte im Jahr 2030 in Deutschland ein Endlager für alle Arten radioaktiven Mülls in Betrieb genommen werden. Dieser Zeitplan ist bereits sehr ehrgeizig. Stiege der Zeitdruck, könnten die Öffentlichkeit und die betroffenen Standortgemeinden nicht wie geplant beteiligt werden.
Noch schwerer wiegt, dass die EU-Kommission die Suche nach einem Endlager in Deutschland offenbar für überflüssig hält. Deutschland, so behauptet die Kommission, verfüge bereits über einen aussichtsreichen Standort für ein Atommüll-Endlager und nutze diesen nur aus politischen Gründen nicht.
So sehen dies auch die Energiekonzerne. Sie haben in den letzten Jahren mehrfach betont, dass sie bereits die Erkundung der Endlagerstandorte Gorleben und Schacht Konrad finanziert hätten und daher nicht bereit seien, ein weiteres Suchverfahren zu bezahlen. Tatsächlich aber sind beide Standorte für die Lagerung von Atommüll ungeeignet. Deshalb muss eine neue ergebnisoffene Suche stattfinden. Das Geld dafür ist da. Über 30 Milliarden Euro haben die Energiekonzerne zwischenzeitlich über den Strompreis von ihren KundInnen für die Beseitigung radioaktiven Mülls eingenommen. Von diesem Geld sollen unter anderem der Abriss der Atomkraftwerke und die Lagerung des Atommülls finanziert werden.
"Die Bundesregierung muss jetzt gegenüber der EU-Kommission deutlich machen, dass die Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Endlager-Suche kein Luxus ist, sondern ein absolutes Muss. Das gilt auf deutscher genauso wie auf europäischer Ebene", konstatiert Bettina Dannheim, Energiereferentin von ROBIN WOOD. Hamburg, den 17.12.02
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