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ISSN 1610-0611
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Demonstration zur Rettung der Fischbestände

Demonstration zur Rettung der Fischbestände

Konferenz der EU Fischereiminister:
Brüssel: WWF-Leuchtturm soll EU-Fischereiministern die Richtung zeigen
WWF präsentiert virtuelle Demonstration zur Rettung der Fischbestände

Bremen / Brüssel: Mit einem sechs Meter hohen, mit Monitoren bestückten Leuchtturm vor dem Konferenzgebäude der europäischen Fischereiminister macht sich der WWF für eine nachhaltige Reform der europäischen Fischereipolitik stark. Auf den Monitoren melden sich 20.000 virtuelle Demonstranten zu Wort, die ihre Videobotschaft zuvor an den WWF geschickt hatten. Die gesammelten elektronischen Petitionen mit Forderungen, Meinungen, Fotos und Videoclips laufen während der dreitägigen Verhandlungen vor dem Konferenzzentrum. Mit dieser virtuellen Demonstration will die internationale Naturschutzorganisation sicherstellen, dass die Stimmen der Demonstrationsteil-nehmer von den Ministern gehört werden. “Menschen aus aller Welt haben begriffen, dass die bisherige EU-Fischereipolitik der reine Wahnsinn ist und fordern, dass dem jetzt ein Ende gesetzt wird,” sagt Heike Vesper, Fischereiexpertin des WWF Deutschland. “Die Zukunft unserer Meere und der Fischerei steht auf des Mess!
ers Schneide.”

Anlass der ersten Demonstration dieser Art ist die letzte und entscheidende Ratssitzung der EU-Fischereiminister in diesem Jahr, die heute in Brüssel beginnt. Ganz
oben auf der Tagesordnung steht die Zukunft der europäi-schen Fischerei. Die Reform der EU-Fischereipolitik muss noch in diesem Jahr abgeschlossen wer-den. Im Mai 2002 hatte die Europäische Kommission erstmals ihre Vorschläge für die nur einmal in zehn Jahren stattfindende Reform vorgestellt.

Die Fangflotte der EU umfasst knapp 100 000 Schiffe. Sie fangen jährlich bis zu sieben Millionen Tonnen Fisch - mit fatalen Folgen: 40 von 60 Beständen von
Speisefischen wie Kabeljau, Seehecht oder Scholle im Nordost-Atlantik sind stark überfischt. Auch der Beifang ist ein großes Problem: Jährlich ver-enden allein in einem Teil der Nordsee 7.500 Schweinswale in den Fischernetzen. Gleichzeitig subven-tioniert die EU ihre viel zu große Fischereiflotte jährlich mit 1,4 Milliarden Euro. Trotzdem kämpfen viele Fischer in der EU auf Grund der Folgen der Überfischung um das finan-zielle Überleben. Zu den Hauptforderungen des WWF zählen daher tief greifende Veränderungen des Subventionssystems, die Reduzierung der Überkapazitäten der EU-Flotte und die Einführung von mehrjährigen Bewirtschaftungsplänen für alle kommerziell genutzten Fischbestände.

“Die Minister müssen ihre Verantwortung ernst nehmen und einschneidende Maßnahmen verabschie-den. Es ist absolut unverständlich, dass EU-Länder wie
Frankreich und Spanien auf einer Politik beharren, die die Fischer langfristig in den Ruin treibt,” sagt Heike Vesper vom WWF.

WEITERE INFORMATIONEN UND DIE STUDIE
http://www.wwf.de/presse/pressearchiv/artikel/00952/index.html


Heike Vesper, WWF-Fischereireferentin
Gabriele Kranz, WWF-Pressereferentin


WWF Deutschland
Rebstöcker Straße 55
60326 Frankfurt

Bremen / Brüssel, 16.12.02:


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