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ISSN 1610-0611
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EU Richtlinie zum Emissionshandel

EU Richtlinie zum Emissionshandel: Gutes Instrument zum Klimaschutz

WWF-Studie: Geplante EU Richtlinie ist besser als die bestehende Selbstverpflichtung

Heute entscheidet der Umweltministerrat in Brüssel über die Einführung eines EU-weiten Emissionshandelssystems. Ein solches System führt nicht nur zu Einsparungen beim Ausstoß von Klimagasen, sondern bringt zugleich erhebliche finanzielle Vorteile für die Mehrzahl der industriellen Sektoren in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt ein erster Bericht eines Forschungsvorhabens von DIW, Öko-Institut und ECOFYS, den die Institute im Hinblick auf die bevorstehenden Entscheidung vorab veröffentlichten.

Die Wissenschaftler nahmen im Auftrag der Umweltstiftung WWF die Auswirkungen der geplanten EU Richtlinie zum Emissionshandel unter die Lupe. Sie
berücksichtigten dabei die Selbstverpflichtungserklärung der deutschen Industrie und verglichen die Wirksamkeit beider Instrumente. Der geplante Emissionshandel schnitt dabei deutlich besser ab. Ihren Berechnungen zufolge hätte das geplante Emissionshandelssystem in Deutschland Kostenvorteile in Höhe von jährlich mehr als 500 Millionen Euro. Zu den Gewinnern eines solchen Systems gehört unter anderem auch die chemische Industrie. Das Ergebnis überrascht, vor allem, da sich die chemische Industrie vehement gegen das neue Klimaschutz-Instrument wehrte.

“Vor diesem Hintergrund war es höchste Zeit, dass die Bundesrepublik ihre Blockadehaltung aufgegeben hat und die Richtlinie unterstützt. Die deutsche Industrie
wird bei konsequenter Umsetzung von dem neuen Instrument profitieren,” so Regine Günther, Leiterin des Referats Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland.
Die Studie zeigt, dass bei einem zu erwartenden Zertifikatspreis von zehn Euro pro Tonne Kohlendioxid die meisten Industriesektoren mit Kosteneinsparungen rechnen können.

“Diese Studie macht sonnenklar, dass ein europäisches Emissionshandelssystem notwendig ist und den politischen Instrumentenkoffer zum Klimaschutz sinnvoll
ergänzt. Die Förderung von erneuerbaren Energien ist aber weiterhin dringend notwendig”, erläutert Regine Günther.

Durch das geplante Emissionshandelssystem in Deutschland Kostenvorteile in Höhe von jährlich mehr als 500 Millionen Euro.



WWF Deutschland
Rebstöcker Straße 55
60326 Frankfurt
Frankfurt a. M., 9.12.02:


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