Keine Steuergelder für Überfischung!
WWF: Renate Künast muss sich bei EU-Fischereiratssitzung für Reform der Subventionen einsetzen
Bremen/Brüssel, Die Ausbeutung der Meere ist nicht nur ein ökologisches Problem sondern auch ein finanzielles: Obwohl der Kabeljaubestand in der
Nordsee zusammengebrochen ist und 40 von 60 Beständen im Nordost-Atlantik stark überfischt sind, werden immer noch Milliarden Steuergelder für den Ausbau der EU-Fischereiflotten investiert. Die Subventionen für den Zeitraum 2000-2006 sind fast doppelt so hoch wie die Subventionen für 1994-1999 und betragen 3,7 Milliarden Euro. Davon werden 1179 Millionen Euro für den Bau und die Modernisierung von Schiffen zur Verfügung gestellt und nur 1062 Millionen für den Abbau von Überkapazitäten der Fischereiflotte. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, die der WWF heute vorgestellt hat.
“Es ist unverantwortlich, dass die Überfischung mit Milliarden Steuergeldern finanziert wird. Dies macht weder ökonomisch noch ökologisch einen Sinn!” kritisierte Heike Vesper vom WWF. Der WWF fordert Fischereiministerin Renate Künast auf, sich auf der morgigen EU-Fischereiratssitzung zusammen mit ihren Ministerkollegen dafür einzusetzen, dass die Vergabe von Subventionen reformiert wird und nicht länger Steuergelder für den Ausbau der Fischereiflotten gezahlt werden, die die Meere leer fischen.
Dennoch gehen die verschiedenen EU-Ländern mit den Subventionen unterschiedlich um: Für jeden Euro, der in den Abbau der Flotten investiert wird, setzen Irland 4,39 Euro, Dänemark 2,80 Euro, Deutschland 2,61 Euro und Frankreich 2,01 Euro für den Ausbau der Flotten ein. Nur Griechenland, Italien, die Niederlande und Großbritannien setzen weniger Subventionen für den Ausbau ein als für den Abbau.
“Die Subventionen müssen gerecht verteilt werden und an Umweltauflagen gebunden sein”, forderte Heike Vesper. “Jetzt gibt es die einmalige Chance, im Rahmen der Reform der EU-Fischereipolitik noch in diesem Jahr die Weichen für nachhaltige Subventionen zu stellen”.
Heike Vesper, Fischereireferentin, WWF Deutschland Gabriele Kranz, Pressereferentin, WWF Deutschland 26.11.02:
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