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Nachtruhe statt Nachtflüge!
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Nachtruhe statt Nachtflüge!
"Nachtflüge verstoßen gegen das Menschenrecht" - entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte. Die britische Regierung ist anderer Ansicht und will das Urteil kippen.
Morgen wird vor dem Europäischen Gerichtshof in Straßburg über den Einspruch der britischen Regierung gegen das Urteil zum Nachtflugverbot in Heathrow vom Oktober 2001 verhandelt. In dem Urteil hatte erstmals ein hohes Gericht das Recht auf Nachtruhe höher bewertet als das auf Nachtflüge. ROBIN WOOD setzt darauf, dass das Gericht sich weiterhin nicht von der Flug-Lobby unter Druck setzen lässt und bei seiner klaren Linie bleibt.
Acht Anwohner des Londoner Flughafens Heathrow hatten vor dem Gerichtshof für Menschenrechte auf nächtliche Ruhe geklagt. Das Straßburger Gericht entschied daraufhin im Oktober 2001, dass Nachtflüge in Heathrow gegen das Recht auf Privat- und Familienleben verstoßen. Es bemängelte, dass der britische Staat es versäumt habe, rechtzeitig für wirksame Abhilfe zu sorgen. Das Gericht beanstandete außerdem, dass der bloße Hinweis auf das wirtschaftliche Wohlergehen des Landes nicht ausreiche, um die Persönlichkeitsrechte der Kläger außer Kraft zu setzen. Ferner sei der behauptete Beitrag von Nachtflügen zur Volkswirtschaft noch nirgends kritisch hinterfragt worden. Gegen dieses Urteil hatte die britische Regierung Einspruch eingelegt, so dass die Angelegenheit vor der Vollversammlung aller Senate des EU-Gerichtshofs morgen erneut verhandelt wird.
Das Urteil wird sich auch auf Klagen gegen nächtlichen Fluglärm in Deutschland auswirken. Im Verfahren zu Heathrow geht es "nur" um 17 Flüge pro Nacht. An deutschen Flughäfen wie in Frankfurt stören über 120 Flugbewegungen die Nachtruhe der Bevölkerung. "Nacht für Nacht werden hierzulande zig Tausende durch vorbei donnernde Flugzeuge aus dem Schlaf gerissen. Fluglärm nervt nicht nur, er macht auch krank", erklärt ROBIN WOOD-Verkehrsexpertin Steffi Barisch. "Deshalb ist es längst überfällig, dass die Rechte der AnwohnerInnen gestärkt werden."
Um Menschenrechtsverletzungen zu vermeiden, fordert ROBIN WOOD ein gesetzlich festgelegtes generelles Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr an allen Flughäfen.
Die britische Umweltschutzorganisation HACAN ClearSkies unterstützen die Klage der Londoner AnwohnerInnen. Informationen unter: www.hacan.org.uk/
Ute Bertrand, Pressesprecherin 12.11.02
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