Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hält den bekannt gewordenen Richtlinienentwurf für Unternehmensübernahmen für ungeeignet, innerhalb Europas gleiche Bedingungen zu schaffen. "Es geht nicht an, in Deutschland Abwehrmaßnahmen verbieten zu wollen und sie in anderen Ländern bestehen zu lassen. Die Vorzugsbehandlung beispielsweise Frankreichs und Schwedens schafft ungleiche Bedingungen," sagte DGB-Vorstandsmitglied Heinz Putzhammer am Freitag in Berlin. So würden in dem Entwurf in Deutschland längst abgeschaffte Mehrfachstimmrechte nicht angetastet. Gleichzeitig sollen nach deutschem Recht erlaubte Vorratsbeschlüsse zukünftig unzulässig sein.
Nach Auffassung des DGB sei es auch in Zukunft notwendig, dass Aufsichtsrat und Management im Interesse des Gesamtunternehmens die Möglichkeit haben, Abwehrmaßnahmen gegen Übernahmen zu treffen. Der Aufsichtsrat nach deutschem Modell sei das geeignete Gremium, im gemeinsamen Interesse von Shareholdern und Stakeholdern die zum Wohle des Unternehmens notwendige Maßnahmen zu beschließen, so Putzhammer.