Kritik an Initiative der Bundesregierung für die Türkei "Schröder und Fischer sind gefühllos": Initiative der Bundesregierung für EU-Beitritt der Türkei scharf verurteilt
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat die Initiative der Bundesregierung, jetzt den Beitritt der Türkei in die Europäische Union zu erzwingen, am Donnerstag scharf verurteilt. "Obwohl 15 Millionen Deutsche das furchtbare Schicksal der Vertreibung erlebt haben, hat die neue Bundesregierung keine Skrupel, die Türkei nach der Vertreibung von 2,5 Millionen ihrer kurdischen Bürger in die EU aufzunehmen", kritisierte der GfbV-Generalsekretär Tilman Zülch. "Der Bundesaußenminister und der Bundeskanzler sind offensichtlich gefühllos genug, diese Vertriebenen allein zu lassen und der Verelendung in ihren Hütten am Rande der Großstädte preiszugeben. Dort leben die Flüchtlinge ohne medizinische Versorgung. Viele leiden Hunger, kaum einer hat Arbeit, Krankheiten grassieren, die Ausbildungschancen für die Kinder sind so gut wie nicht vorhanden. So lange diese 2,5 Millionen Vertriebenen nicht zurückkehren dürfen, muss die Türkei zu den Schurkenstaaten gezählt werden."
Die Bundesregierung hatte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zufolge am Mittwoch "energisch betont, die Mitgliedschaft der Türkei sei "vorentschieden". Es sei denkbar, dass beim EU-Gipfel Ende des Jahres in Kopenhagen das Datum genannt werde, an dem der Türkei der Termin für den Beginn von Beitrittsverhandlungen mitgeteilt werde.
========================================================= Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin 24. Oktober 2002 ==========================================================
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