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ISSN 1610-0611
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"Schröder und Fischer sind gefühllos":

Kritik an Initiative der Bundesregierung für die Türkei
"Schröder und Fischer sind gefühllos":
Initiative der Bundesregierung für EU-Beitritt
der Türkei scharf verurteilt

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat
die Initiative der Bundesregierung, jetzt den
Beitritt der Türkei in die Europäische Union zu
erzwingen, am Donnerstag scharf verurteilt.
"Obwohl 15 Millionen Deutsche das furchtbare
Schicksal der Vertreibung erlebt haben, hat die
neue Bundesregierung keine Skrupel, die Türkei
nach der Vertreibung von 2,5 Millionen ihrer
kurdischen Bürger in die EU aufzunehmen",
kritisierte der GfbV-Generalsekretär Tilman
Zülch. "Der Bundesaußenminister und der
Bundeskanzler sind offensichtlich gefühllos
genug, diese Vertriebenen allein zu lassen und
der Verelendung in ihren Hütten am Rande der
Großstädte preiszugeben. Dort leben die
Flüchtlinge ohne medizinische Versorgung. Viele
leiden Hunger, kaum einer hat Arbeit,
Krankheiten grassieren, die Ausbildungschancen
für die Kinder sind so gut wie nicht vorhanden.
So lange diese 2,5 Millionen Vertriebenen nicht
zurückkehren dürfen, muss die Türkei zu den
Schurkenstaaten gezählt werden."

Die Bundesregierung hatte der Frankfurter
Allgemeinen Zeitung zufolge am Mittwoch
"energisch betont, die Mitgliedschaft der Türkei
sei "vorentschieden". Es sei denkbar, dass beim
EU-Gipfel Ende des Jahres in Kopenhagen das
Datum genannt werde, an dem der Türkei der
Termin für den Beginn von Beitrittsverhandlungen
mitgeteilt werde.

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Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV)
Inse Geismar, Pressereferentin
24. Oktober 2002
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