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ai-Bericht: Kriegsverbrechen d. israelischen Armee
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Israel/ Besetzte Gebiete
amnesty international: Kriegsverbrechen in Dschenin und Nablus müssen untersucht werden
Neuer ai-Bericht belegt Kriegsverbrechen der israelischen Armee in palästinensischen Wohnorten im Frühjahr 2002 / amnesty international fordert Untersuchung der Fälle / Die israelische Regierung soll internationale Beobachter zulassen
Berlin/ Jerusalem, 4. November 2002 - Bei ihren Aktionen in den palästinensischen Städten Dschenin und Nablus im März und April 2002 hat die israelische Armee Kriegsverbrechen begangen. Dafür liegen klare Belege vor, sagte amnesty international (ai) heute in Jerusalem anlässlich der Vorstellung ihres neuen Berichts. Der 76 Seiten starke Bericht dokumentiert schwere Menschenrechtsverletzungen des israelischen Militärs wie ungesetzliche Tötungen; Folter und Misshandlungen von Gefangenen; mutwillige Zerstörung hunderter Häuser, deren Bewohner zum Teil die Gebäude noch nicht verlassen hatten; Behinderung von Krankenwagen und Verweigerung humanitärer Hilfe sowie der Missbrauch palästinensischer Zivilisten als 'menschliche Schutzschilde'.
"ai erkennt das Recht Israels an, sich gegen Gewalt zu schützen und gegen Gewalttäter vorzugehen. Dies muss jedoch im Rahmen internationaler Gesetze geschehen", sagte die Nahostreferentin der deutschen Sektion von amnesty international, Ruth Jüttner. "In Nablus und Dschenin wurden die Gesetze schwerwiegend gebrochen, und deswegen muss die israelische Regierung diese Kriegsverbrechen endlich untersuchen lassen und die Täter zur Rechenschaft ziehen."
Mitarbeiter von amnesty international hatten im Mai 2002 Vertretern der israelischen Armee ihre Bedenken über die militärische Vorgehensweise vorgetragen. Im Anschluss daran übermittelte ai der Armee die meisten der Fälle, die in dem neuen Bericht aufgeführt sind, und bat um einen Kommentar. Bis heute hat ai keine Antwort erhalten.
"Alle Versuche, in Israel und den Besetzten Gebieten internationale Beobachter mit einem klaren Menschenrechtsmandat einzusetzen, sind am Widerstand der israelischen Regierung gescheitert. Die internationale Gemeinschaft muss hier Druck ausüben, denn im Nahen Osten ist kein Frieden möglich, solange die Menschenrechte nicht geachtet werden", sagte Ruth Jüttner.
amnesty international Pressestelle
4.11.02
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