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ISRAEL/BESETZE GEBIETE: Kinderleben ohne Wert
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ISRAEL/BESETZE GEBIETE Kinderleben ohne Wert
Zahl der getöteten Kinder auf beiden Seiten hoch wie nie / UN-Kinderrechtskonvention missachtet / amnesty international fordert Ende der Straffreiheit und Umdenken / neuer Bericht dokumentiert zahlreiche Einzelfälle
Berlin, 30. September 2002 - Wie nie zuvor sind Kinder zur Zielscheibe im israelisch-palästinensischen Konflikt geworden. Mehr als 250 palästinensische und 72 israelische Kinder wurden in den letzten 23 Monaten in Israel und den besetzten Gebieten getötet. Da sowohl die verantwortlichen israelischen Soldaten als auch die bewaffneten palästinensischen Kämpfer dabei straffrei ausgehen, hat das Leben eines Kindes in diesem Konflikt kaum noch einen Wert. Zu diesen Ergebnissen kommt ein aktueller Bericht, den amnesty international (ai) anlässlich der morgigen Behandlung der israelischen Situation im UN-Kinderrechtsausschuss vorstellt. ai fordert beide Konfliktparteien auf, die Bestimmungen der ? von Israel ratifizierten ? UN-Kinderrechtskonvention einzuhalten sowie Todesfälle einzeln zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die israelische Regierung darf sich der Entsendung internationaler Beobachter in die Region nicht länger widersetzen.
"Weder das israelische Militär noch die bewaffneten Palästinensergruppen respektieren die Sicherheit von Kindern und Zivilisten während der andauernden Intifada", sagte amnesty international. "Nur ein Umdenken auf beiden Seiten kann das Sterben weiterer Kinder verhindern."
Die meisten palästinensischen Kinder kamen ums Leben, wenn israelische Soldaten exzessiv und gesetzwidrig gegen Demonstranten und Steinewerfer vorgingen. Allein in den ersten drei Monaten der zweiten Intifada wurden so 80 palästinensische Kinder getötet. Im vergangenen Jahr kamen palästinensische Kinder ums Leben, als die Armee willkürlich das Feuer eröffnete und Wohngebiete mit Granaten beschoss oder bombardierte, obwohl es keine Gefechte gab und das Leben der Soldaten nicht in Gefahr war. Andere starben, als die israelische Armee ohne Warnung gezielt palästinensische Häuser zerstörte und Sprengladungen in dicht besiedelten Gebieten einsetzte. Die große Zahl getöteter und verletzter Kinder und die Umstände, unter denen sie starben, weisen darauf hin, dass die Armee sich wenig oder gar nicht bemüht hat, Kinder vor Schaden zu bewahren. Israelische Kinder wurden von bewaffneten Palästinensergruppen sowohl in den besetzten Gebieten als auch innerhalb Israels getötet. Etwa 70 Prozent der Opfer kamen bei palästinensischen Selbstmordattentaten ums Leben, andere bei Schießereien oder Bombenangriffen auf Autos oder öffentliche Busse. In den vergangenen 18 Monaten nahmen die Angriffe auf israelische Zivilisten deutlich zu, und immer mehr der Opfer waren Kinder. Allein in den ersten sieben Monaten des Jahres 2002 wurden 36 israelische Kinder von bewaffneten Palästinensergruppen getötet, 19 in Israel und 17 in den besetzten Gebieten.
Der vollständige Bericht ist abrufbar unter:
http://www.web.amnesty.org/ai.nsf/index/mde020052002
amnesty international Pressestelle 10411 Berlin
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