 |
|
 |
 |
 |
 |
Kinder in Haft - vergessene Opfer
|
|
|
BURUNDI
Kinder in Haft - vergessene Opfer
Dramatische Haftbedingungen für Minderjährige / Internationale Generalsekretärin von amnesty international stellt in Burundi Bericht zum Thema vor / amnesty international fordert Haftüberprüfung, angemessene Haftbedingungen und offizielles Folterverbot
Berlin, 24. September 2002 - Kinder und Jugendliche in burundischen Gefängnissen sind den gleichen unmenschlichen Haftbedingungen wie die Erwachsenen ausgesetzt. Die meisten der etwa 160 inhaftierten Minderjährigen werden ohne Kontakt zur Außenwelt und ohne rechtlichen Beistand festgehalten. Einige warten seit mehreren Jahren auf ihre Verhandlung. Viele werden misshandelt und sexuell genötigt. Zu diesem Ergebnis kommt ein neuer Bericht von amnesty international (ai). Irene Khan, internationale ai-Generalsekretärin, stellt den Bericht heute in der burundischen Hauptstadt Bujumbura vor.
amnesty international fordert die Regierung von Burundi auf, sicherzustellen, dass Minderjährige nur in begründeten Fällen in Haft gehalten werden. Inhaftierte Kinder und Jugendliche sollen in spezielle Jugendeinrichtungen überführt werden. Ihre Fälle sollen bevorzugt untersucht werden. In jedem Fall müssen sie Zugang zur Außenwelt und zu angemessener medizinischer Versorgung haben, fordert ai. Folter in Polizeigewahrsam und in Gefängnissen muss offiziell verboten werden.
"Kinder sind die verletzlichste Minderheit im Gefängnis. Da sie zumeist verarmt, schlecht ausgebildet und von ihrer Familie isoliert sind, können Sie sich kaum zur Wehr setzen. Wir hoffen, dass unser Bericht dazu beiträgt, dass sich im In- und Ausland endlich verstärkt für die Kinderrechte in Burundi eingesetzt wird", so Irene Khan. "Minderjährige Inhaftierte sind ein Teil der Menschenrechtskrise in Burundi und dürfen nicht vergessen werden."
Trotz des Friedensvertrags vom August 2000 halten in Burundi die Kämpfe zwischen Truppen der Regierung und der Opposition an. Unzählige Zivilisten sind seither Opfer von Massakern geworden. amnesty international hat Informationen über Hunderte von Fällen gesammelt, in denen Kinder getötet wurden, ohne dass die schuldigen Armeeangehörigen zur Verantwortung gezogen wurden.
Den ai-Bericht mit dem Titel "Poverty, isolation and ill-treatment. Juvenile Justice in Burundi" finden Sie unter:
http://web.amnesty.org/ai.nsf/index/AFR160112002
Die ai-Mission hält sich noch bis zum 26. September in Burundi auf. Direkt-Interviews mit den Missionsteilnehmern sind möglich !
amnesty international Pressestelle 25.09.02
Menschenrechtsarbeit ist nicht umsonst. Wenn Sie die Arbeit von amnesty international auch finanziell unterstützen möchten, können Sie das ganz einfach hier tun:
https://www2.amnesty.de/internet/formulare.nsf/Spenden Oder spenden Sie auf das Konto 80 90 100, Bank für Sozialwirtschaft BLZ 370 205 00
|
nach oben
--< zurück
•--vorwärts >
↑ nach oben
|
TROTZ GESETZESREFORM KEIN ENDE VON FOLTER | ISRAEL/BESETZE GEBIETE: Kinderleben ohne Wert
|
|