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ISSN 1610-0611
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Kinder in Haft - vergessene Opfer

BURUNDI

Kinder in Haft - vergessene Opfer

Dramatische Haftbedingungen für Minderjährige / Internationale
Generalsekretärin von amnesty international stellt in Burundi Bericht
zum Thema vor / amnesty international fordert Haftüberprüfung,
angemessene Haftbedingungen und offizielles Folterverbot

Berlin, 24. September 2002 - Kinder und Jugendliche in burundischen
Gefängnissen sind den gleichen unmenschlichen Haftbedingungen wie die
Erwachsenen ausgesetzt. Die meisten der etwa 160 inhaftierten
Minderjährigen werden ohne Kontakt zur Außenwelt und ohne rechtlichen
Beistand festgehalten. Einige warten seit mehreren Jahren auf ihre
Verhandlung. Viele werden misshandelt und sexuell genötigt. Zu diesem
Ergebnis kommt ein neuer Bericht von amnesty international (ai).
Irene Khan, internationale ai-Generalsekretärin, stellt den Bericht
heute in der burundischen Hauptstadt Bujumbura vor.



amnesty international fordert die Regierung von Burundi auf,
sicherzustellen, dass Minderjährige nur in begründeten Fällen in Haft
gehalten werden. Inhaftierte Kinder und Jugendliche sollen in
spezielle Jugendeinrichtungen überführt werden. Ihre Fälle sollen
bevorzugt untersucht werden. In jedem Fall müssen sie Zugang zur
Außenwelt und zu angemessener medizinischer Versorgung haben, fordert
ai. Folter in Polizeigewahrsam und in Gefängnissen muss offiziell
verboten werden.



"Kinder sind die verletzlichste Minderheit im Gefängnis. Da sie
zumeist verarmt, schlecht ausgebildet und von ihrer Familie isoliert
sind, können Sie sich kaum zur Wehr setzen. Wir hoffen, dass unser
Bericht dazu beiträgt, dass sich im In- und Ausland endlich verstärkt
für die Kinderrechte in Burundi eingesetzt wird", so Irene Khan.
"Minderjährige Inhaftierte sind ein Teil der Menschenrechtskrise in
Burundi und dürfen nicht vergessen werden."



Trotz des Friedensvertrags vom August 2000 halten in Burundi die
Kämpfe zwischen Truppen der Regierung und der Opposition an.
Unzählige Zivilisten sind seither Opfer von Massakern geworden.
amnesty international hat Informationen über Hunderte von Fällen
gesammelt, in denen Kinder getötet wurden, ohne dass die schuldigen
Armeeangehörigen zur Verantwortung gezogen wurden.



Den ai-Bericht mit dem Titel "Poverty, isolation and ill-treatment.
Juvenile Justice in Burundi" finden Sie unter:

http://web.amnesty.org/ai.nsf/index/AFR160112002

Die ai-Mission hält sich noch bis zum 26. September in Burundi auf.
Direkt-Interviews mit den Missionsteilnehmern sind möglich !

amnesty international
Pressestelle
25.09.02

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