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REGIERUNGSKRITIKER IN HAFT
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ERITREA
REGIERUNGSKRITIKER IN HAFT OHNE KONTAKT ZUR AUSSENWELT
Hochrangige dissidente Politiker und Journalisten seit einem Jahr in Haft / Aktionen widersprechen von Eritrea ratifizierten Menschenrechtskonventionen / amnesty international fordert sofortige und bedingungslose Freilassung / heute neuer ai-Bericht veröffentlicht
Berlin, 18. September 2002 - Gegen geltendes Recht sitzen in eritreischen Gefängnissen seit einem Jahr Dutzende gewaltloser politischer Gefangener und Menschenrechtsverteidiger in Haft. Das weist amnesty international (ai) in seinem heute veröffentlichten Bericht zu Eritrea an zahlreichen Einzelfällen nach. Die Organisation fordert die Regierung von Eritrea auf, die Gefangenen sofort und bedingungslos freizulassen. Eritrea soll sich öffentlich zu grundlegenden Menschenrechten wie der Meinungs- und Versammlungsfreiheit bekennen, die Praxis der Inhaftierung ohne Kontakt zur Aussenwelt beenden und sicherstellen, dass die internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren eingehalten und in nationales Recht überführt werden.
"Mit den willkürlichen Verhaftungen stellt sich Eritrea gegen internationale und regionale Menschenrechtsverträge, die seine Regierung erst kürzlich ratifiziert hat", sagte Hanni Bienert, Eritrea-Expertin von amnesty international. "Zusätzlich fühlen sich Behördenvertreter zu solchen Menschenrechtsverletzungen ermutigt, da sie glauben, straffrei auszugehen."
Am 18. September 2001 verhafteten Sicherheitskräfte 11 Mitglieder der "Gruppe der 15" unter dem Vorwurf des Verrats von Staatsgeheimnissen. Diese Gruppe ist ein Zusammenschluss dissidenter hochrangiger Mitglieder der Regierungspartei PFDJ. Sie hatte im Mai 2001 den eritreischen Präsidenten Issayas Afewerki öffentlich kritisiert und rechtsstaatliche Strukturen gefordert. Am selben Tag ließ die Regierung alle privaten Zeitungen schließen. In den Folgetagen wurden 10 führende Journalisten verhaftet, die gegen die Gefangennahme der "Gruppe der 15" und die Schließung der Zeitungen protestiert hatten.
amnesty international hat die Vorwürfe überprüft und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die verhafteten Mitglieder der "Gruppe der 15" wie die verhafteten Journalisten als gewaltlose politische Gefangene zu betrachten sind. Die Organisation hat unterdessen Berichte von zahlreichen weiteren Verhaftungen erhalten, die im Zusammenhang der Auseinandersetzung zwischen Regierung und Opposition stehen. Keiner der Verhafteten ist bisher formell angeklagt worden. Allen ist der Kontakt zu ihren Familien oder zu Rechtsanwälten verwehrt. Teilweise werden sie an unbekannten Orten festgehalten.
"Wir haben mehrfach an die eritreischen Behörden appelliert, diese politischen Gefangenen freizulassen oder ihnen ein faires Gerichtsverfahren zu ermöglichen, haben jedoch keine befriedigende Antwort erhalten", sagte die ai-Eritrea-Expertin. Ein Antrag von amnesty international, Eritrea mit einer Delegation zu besuchen und die Problematik direkt mit den Behörden zu diskutieren, wurde abgelehnt.
Zum englischsprachigen Bericht Eritrea: Arbitrary detention of government critics and journalists http://web.amnesty.org/ai.nsf/Index/AFR640082002
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