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Koalitionsvertrag schreibt militärische Logik fort
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Koalitionsvertrag schreibt militärische Logik fort DFG-VK fordert Kriegsvorsorge statt Kriegsnachsorge
"Die rot-grüne Bundesregierung setzt im Bereich der Militärpolitik ganz offenbar auf ein ,Weiter so'", kritisiert Erwin Eisenhardt, Bundessprecher der DFG-VK, den Koalitionsvertrag.
Die Vorlage, über die an diesem Wochenende die Parteitage von Grünen und SPD zu entscheiden haben, enthalte keine neuen Vorstellungen zur Sicherheitspolitik. "Nach wie vor wird die Bundeswehr als das wichtigste außen- und sicherheitspolitische Instrument der Bundesrepublik beschrieben", so Eisenhardt.
Zwar sei es anzuerkennen, dass nicht zuletzt aufgrund des Drucks von Friedensorganisationen auch Stichworte wie Zivile Konfliktbearbeitung und Krisenprävention Einzug in Regierungspapiere gehalten haben. Die Bedeutung und das Potenzial Ziviler Konfliktbewältigung werde von den Regierungsparteien aber weiterhin missachtet: "Zivile Konfliktbearbeitung ist in den Augen der Regierung hauptsächlich eine Form der Konfliktnachsorge: Nachdem die Militärs alles zusammengeschossen haben, werden ein paar zivile Friedensfachkräfte entsandt, um beim Wiederaufbau einer Zivilgesellschaft zu helfen. Notwendig ist jedoch, aktive Krisenprävention zu betreiben."
Diese müsse zwangsläufig einen fairen Interessenausgleich zwischen Industrie- und Entwicklungsländern beinhalten, so der DFG-VK-Bundessprecher. Die Regierung sei aber offenbar immer noch von dem Gedanken beseelt, mit Bundeswehr-Einsätzen Konflikte regeln zu können. "Dass Krieg und Gewalt keine Konflikte lösen, sondern Macht- und Gewaltverhältnisse nur weiter festschreiben, ist bei der Regierung offenbar noch nicht angekommen." Angebliche Friedenseinsätze der Bundeswehr könnten an den konfliktproduzierenden Ungerechtigkeiten der Weltwirtschaftsordnung nichts ändern.
Im Koalitionsvertrag spricht nichts dafür, dass die Bundesregierung nun tatsächlich an die Wurzeln von Krieg und Gewalt gehen will. Die Ausführungen zum Zivilen Friedensdienst sind unverbindlich, konkret erwähnt wird nur das "Zentrum für internationale Friedenseinsätze", das als Dienstleister für das Außenministerium fungiert. Für eine aktive Friedenspolitik bräuchte es freilich mehr als die 1,66 Millionen Euro, die in diesem Jahr beispielsweise diesem Zentrum zur Verfügung gestellt worden sind - ein gegenüber dem Bundeswehr-Etat mit weit über 24 Milliarden Euro lächerlicher Betrag.
Die DFG-VK fordert in Ihrer Kampagne "Schritte zur Abrüstung" einen sukzessiven Abbau des Militäretats um mindestens 5 Prozent jährlich und eine rapide Aufstockung der Mittel für Zivile Konfliktbearbeitung und Friedensforschung auf mindestens 500 Millionen Euro (vergleiche
http://www.schritte-zur-abruestung.de).
Frank Brendle, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 18. Oktober 2002
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