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Beginn neuer Friedensverhandlungen für den Sudan:
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12.08.2002 Beginn neuer Friedensverhandlungen für den Sudan:
"Ohne internationale Garantien gibt es keinen Frieden"
Zum heutigen Auftakt neuer Friedensverhandlungen für den Sudan in Kenia hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) dringend internationale Garantien für die Überwachung und Umsetzung des am 20. Juli 2002 unterzeichneten "Protokolls von Machakos" gefordert. In dieser Vereinbarung hatten sich die sudanesische Regierung und die Sudanesische Volksbefreiungsbewegung (SPLA) darauf geeinigt, dass sich der Südsudan nach einer sechsjährigen Übergangsperiode in einer Volksabstimmung entscheiden könne, ob er Teil des Sudan bleiben wolle oder die Unabhängigkeit anstrebe. Der GfbV-Afrikareferent, Ulrich Delius, warnte vor zu großem Optimismus: "Es wird keinen gerechten und dauerhaften Frieden geben, wenn nicht Einverständnis über die Verteilung der Einnahmen aus der Ölförderung sowie über das Schicksal der schwarzafrikanischen Siedlungsgebiete im Norden des Landes erzielt wird." Nach 17 Jahren Krieg und Völkermord in den Nuba-Bergen würden es weder die Nuba noch die Menschen in Abyei und in der Provinz Südlicher Blauer Nil hinnehmen, dass ihr Schicksal in den Friedensvereinbarungen unerwähnt bleibt. Für die mehr als eine Million südsudanesischen Flüchtlinge im Nordsudan sowie für gemäßigte Muslime sei es außerdem unannehmbar, dass dort - wie im Protokoll vereinbart - das islamische Scharia-Recht gelten soll.
"Mehr als 1,5 Millionen Südsudanesen haben seit 1983 in dem Krieg ihr Leben verloren, weil die internationale Staatengemeinschaft am Ende des ersten Sudan-Krieges 1972 in dem Abkommen von Addis Abeba nicht bereit war, ausreichende Sicherheitsgarantien zu geben", erklärte Delius. "Dieser fatale Fehler darf nicht wiederholt werden." Ein überhasteter Friedensvertrag, der von den Unterzeichnern nicht ernst genommen wird und nur auf Druck der USA und Kenias zustande käme, hätte katastrophale Folgen. Beide Seiten würden nach einigen Jahren der Aufrüstung erneut zu den Waffen greifen.
"Wir haben ernste Zweifel am Friedenswillen der sudanesischen Regierung", sagte Delius. "Die Tinte unter dem Protokoll von Machakos war kaum trocken, als zwischen dem 26. und 31. Juli 2002 bis zu eintausend Menschen bei einer Armee-Offensive in der Provinz Western Upper Nile getötet wurden." Erfahrene internationale Helfer berichteten, sie hätten noch nie so viele Tote bei einem einzigen Gefecht im Südsudan gesehen. Zuvor seien bereits die Angriffe der sudanesischen Luftwaffe auf zivile Ziele eskaliert trotz eines Abkommens über den Schutz der Zivilbevölkerung. Von Beginn der Verhandlungen im kenianischen Machakos im Juni 2002 an habe es pro Monat mehr gezielte Angriffe auf Märkte, Kirchen, Schulen und Krankenhäuser gegeben als in den Monaten der beiden vergangenen Jahre.
============================= Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin
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