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ISSN 1610-0611
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China: "Jintao baute seine Karriere auf Leichen"

China: "Jintao baute seine Karriere auf Leichen"


Eröffnung des 16. Partei-Kongresses in China
GfbV befürchtet Verschlechterung der
Menschenrechtslage in China: "Designierter neuer
Parteichef baute seine politische Karriere auf
Leichen"

Zum Auftakt des 16. Kongresses der
Kommunistischen Partei Chinas hat die
Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am
Freitag vor einer weiteren Verschlechterung der
Menschenrechtslage in China gewarnt. "Der
designierte neue Parteichef Hu Jintao ging als
Parteisekretär in Tibet über Leichen, um in
Peking Karriere zu machen", erklärte der GfbV-
Asienreferent Ulrich Delius in Göttingen. "Hu
Jintao ist kein "Liberaler", sondern setzt den
Machtanspruch der Partei mit allen Mitteln
durch." In seine Amtszeit als Parteisekretär der
Autonomen Region Tibet in Lhasa (9.Dezember 1988
- 19.Oktober 1992) fiel die brutalste
Niederschlagung von Unruhen, die Tibet in den
vergangenen zwanzig Jahren erlebt hat.

Mehr als 200 tibetische Demonstranten seien im
März 1989 von Soldaten erschossen oder zu Tode
gefoltert worden, weil sie an den Volksaufstand
Tibets gegen die chinesische Herrschaft im Jahr
1959 erinnern wollten, berichtete Delius. Nach
diesem Blutbad und der Ausrufung des
Kriegsrechts habe Hu Jintao systematisch die
Gleichschaltung der tibetischen Gesellschaft mit
Chinas Terrorherrschaft vorangetrieben. Er gelte
als Architekt der Repression, mit der China in
den 90-er Jahren versucht hat, den Einfluss des
im indischen Exil lebenden Dalai Lama in Tibet
zu verringern. So habe der damalige
Parteisekretär zur systematischen Umerziehung
der Bevölkerung aufgerufen. Tibetische Beamte
durften auf seine Anordnung hin nicht mehr an
religiösen Zeremonien teilnehmen und keine
Bilder des Dalai Lama besitzen. Außerdem trat Hu
Jintao schon damals dafür ein, die Repression
gegen buddhistische Nonnen und Mönche zu
verstärken. Nach seiner Beförderung ins
Politbüro der Kommunistischen Partei nach Peking
wurde aufgrund seiner Empfehlungen die Kampagne
der Umerziehung auch in Klöstern begonnen. Mehr
als 20.000 Nonnen und Mönche wurden seit 1996
aus ihren Klöstern vertrieben. Auch nach seinem
Abschied aus Tibet hat sich Jintao mehrfach für
ein härteres Durchgreifen in der Unruheregion
ausgesprochen.



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Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV)
Inse Geismar, Pressereferentin
Postfach 2024, D-37010 Goettingen
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8.11.2002


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