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Deutsche Botschaft: Kriegswaisen abgelehnt
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Kriegswaisen aus Tschetschenien dürfen nicht nach Deutschland kommen
Nach monatelanger Hinhaltetaktik verweigert Deutsche Botschaft tschetschenischen Kriegswaisen Erholungsferien in Deutschland
Nach monatelanger Hinhaltetaktik hat die Deutsche Botschaft jetzt zwölf tschetschenischen Kriegswaisen einen Erholungsaufenthalt in Deutschland verweigert. "Alles war vorbereitet, alle Dokumente, die die Botschaft angefordert hat, haben wir geliefert. Die Gastfamilien in Deutschland hatten Zimmer für die Kinder eingerichtet und Spielsachen für sie gesammelt. Wie kann ich den Kindern, die sich so große Hoffnungen auf Ferien im Frieden gemacht haben, noch in die Augen schauen?", beklagte sich die prominente Menschenrechtlerin und Leiterin der Organisation "Echo des Krieges" am Freitag telephonisch bei der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Göttingen. Die Osteuropareferentin der GfbV, Sarah Reinke, kritisierte die Entscheidung der Botschaft vom Donnerstag: "Wenn Deutschland nicht einmal den unschuldigsten Opfern des russischen Krieges gegen Tschetschenien unbürokratisch zu Hilfe kommt, dann ist das ein zutiefst beschämendes Armutszeugnis für die deutsche Menschenrechtspolitik." Die Kinder im Alter von vier bis 14 Jahren sollten sich bei deutschen Familien im Raum Frankfurt am Main von Krieg, Krankheit und ständiger Angst vor Übergriffen erholen. Die Vorbereitungen für den zweiwöchigen Aufenthalt laufen seit August.
"Gerade jetzt, wo die Tschetschenen in der gesamten Russischen Föderation massiven Übergriffen ausgesetzt sind und tschetschenische Flüchtlingskinder sich in Moskau nicht mehr in die Schule trauen, weil sie von ihren russischen Klassenkameraden beschimpft und bedroht werden, hätte die Bewilligung des Antrages selbstverständlich sein müssen, zumal dem deutschen Staat keinerlei Kosten entstanden wären", empörte sich Sarah Reinke. "Diese uneigennützige Privatinitiative hätte gerade deshalb nicht so gefühllos ins Leere laufen dürfen, weil nach Ende des Geiseldramas in Moskau in Tschetschenien jetzt unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein erneuter Feldzug gegen die Zivilbevölkerung begonnen hat."
================================ Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin ================================ 8.11.2002
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