Tschetschenische Flüchtlinge durch russische Bombenangriffe in Gefahr
Mit einem dringenden Hilferuf hat sich eine Sprecherin des georgisch-tschetschenischen Frauenkomitees "NANA" aus dem Ort Birkiani im Pankisi-Tal in Georgien an die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Göttingen gewandt. In dem Telephongespräch mit der Osteuropareferentin der GfbV, Sarah Reinke, sagte Frau Magomedowa* am Dienstag: "Hier leben 5.000 Flüchtlinge, Frauen und Kinder aus Tschetschenien und jede Nacht zwischen drei und vier Uhr gibt es jetzt Bombardierungen nahe unserer Dörfer und in den Bergen. Wir haben Angst, wir sind keine Terroristen, wir sind vor dem Krieg in Tschetschenien geflohen und es gibt schon Tote und Verletzte unter den Schäfern und Jägern, denen wir nicht helfen können." Die UNO habe ihre Nahrungsmittelhilfe für die Flüchtlingslager im Pankisi-Tal im Nordosten Georgiens eingestellt und die Menschen müssten bereits hungern. Die GfbV befürchtet, dass das Schicksal dieser unschuldigen Zivilisten in Vergessenheit geraten könnte und sie - wie Tausende von Zivilisten in Tschetschenien - unter Ausschluss der Öffentlichkeit Opfer so genannter "Säuberungsaktionen" werden könnten.
Seit einigen Tagen bombardiert nicht nur die russische Luftwaffe Ziele im überwiegend von georgischen Staatsbürgern tschetschenischer Volkszugehörigkeit bewohnten Pankisi-Tal. Auch der georgische Präsident Eduart Schewardnadse hat "gezielte Einzeloperationen" angekündigt. Im Pankisi-Tal sollen tschetschenische Wiederstandskämpfer Zuflucht gesucht haben. Flüchtlinge aus Tschetschenien kamen schon 1999 in die Region. Sie leben hier in bitterer Armut leben. Die Hilfslieferungen der UNO waren häufig der einzige Hoffnungsschimmer in der sehr schwer zugänglichen Region. Sarah Reinke, Osteuropareferentin der GfbV, Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V.