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ISSN 1610-0611
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Indonesien ignorierte Warnungen vor Extremisten

Terror auf Bali: Indonesien ignorierte Warnungen vor Extremisten


Terroranschlag auf Bali: Indonesien ignorierte
Warnungen vor muslimischen Extremisten

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat
der indonesischen Regierung am Montag
vorgeworfen, muslimische Extremisten geschützt
und Warnungen vor drohenden Terrorüberfällen
ignoriert zu haben. "Muslimische Extremisten
sind zwar nur eine kleine Minderheit in
Indonesien, doch sie kooperieren zum Teil mit El
Kaida," erklärte der GfbV-Asienreferent Ulrich
Delius, Autor eines sechsseitigen Memorandums
der Menschenrechtsorganisation über die
Verbindungen El Kaidas zu muslimischen
Splittergruppen in Indonesien. Schon seit
Monaten werde vor drohenden Terroranschlägen
dieser Gruppen gewarnt, doch Indonesien gehe
nicht gegen die Extremisten vor.

"Statt den Kampf gegen den Terror muslimischer
Splittergruppen ernst zu nehmen, kooperieren die
Sicherheitskräfte mit einem Teil der
Extremisten, um den Widerstand einzelner Völker
gegen die indonesische Herrschaft zu
zerschlagen", kritisierte Delius. So würden
radikale muslimische Gruppen mit Unterstützung
der Armee die Bevölkerung in Westpapua und auf
den Molukken terrorisieren. In Westpapua drohe
angesichts der Umtriebe muslimischer
Splittergruppen eine Zuspitzung der Lage wie in
Osttimor im Sommer 1999.

"Indonesien riskiert sein internationales
Ansehen und seine Stellung in der Antiterror-
Koalition, wenn nicht endlich entschieden gegen
die Rädelsführer extremistischer Splittergruppen
und ihre Partner in der Armee vorgegangen wird",
sagte Delius. Da weitere Terroranschläge drohen
könnten, dürfe auch aus Rücksicht auf die
muslimische Bevölkerung keine Zurückhaltung mehr
geübt werden.

Die GfbV appellierte an die internationale
Staatengemeinschaft, dafür Sorge zu tragen, dass
Indonesien nicht unter dem Deckmantel des
Antiterror-Kampfes Menschenrechte verletzt.
"Wenn von den USA für den Antiterror-Kampf
bereitgestellte Gelder für die
Aufstandsbekämpfung missbraucht werden, verliert
die Antiterror-Koalition ihre Glaubwürdigkeit."


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Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV)
Inse Geismar, Pressereferentin
Postfach 2024, D-37010 Goettingen
14.10.2002


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