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Neuer Angriff auf Indianerland

USA: Nukleares Endlager ist "Angriff auf Indianerland"
Neuer Angriff auf Indianerland
Energiepolitik der Regierung Bush gefährdet Millionen von Menschen

Als "neuen Angriff auf Indianerland" hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die Entscheidung von Präsident George Bush bezeichnet, Yucca Mountain im Südwesten der USA zum nuklearen Endlager zu machen. "Der Yucca Mountain ist für Western Shoshone- und Paiute- Indianer ein heiliger Berg, der ihnen nicht einfach gegen eine einseitig beschlossene finanzielle Entschädigung weggenommen werden darf", erklärte die Menschenrechtsorganisation am Mittwoch in Göttingen. Yucca Mountain ist den Western Shoshone 1863 im Vertrag von Ruby Valley zugesprochen worden. Ein Rechtsstreit über die Landansprüche, den die Indianer angestrengt haben, ist noch nicht abgeschlossen. Präsident Bush hat am Dienstag mit seiner Unterschrift das Veto des Gouverneurs von Nevada, Kenny Guinn, gegen das Endlager übergangen und damit auch die Einsprüche der Western Shoshone und zahlreicher Umweltschützer ignoriert.

"Jetzt sollen die Indianer erneut Opfer der Atompolitik der US-Regierung werden", kritisierte die GfbV. Schon die Nevada Testsite habe mit der weltweit größten Anzahl an Atomtests Hunderte Tonnen radioaktiven Fallouts hinterlassen und die Gesundheit der Indianer schwer geschädigt. Auch das geplante Endlager im Yucca Mountain, das frühestens 2010 fertiggestellt sein wird und 77.000 Tonnen radioaktiven Müll aus 103 Atomkraftwerken der USA aufnehmen soll, sei keineswegs sicher. Es liegt in einem Erdbebengebiet, das zu den aktivsten in den USA gehört. 70 Prozent der Bevölkerung Nevadas lehnen das Endlager ab. In der Umgebung des Yucca Mountain leben etwa 1,4 Millionen Menschen, darunter nicht nur die Western Shoshone, sondern auch die Einwohner der nur etwa 120 Kilometer südwestlich gelegenen Glücksspielstadt Las Vegas, die jedes Jahr Millionen von Besuchern beherbergt. In Sorge um ihre Sicherheit sind auch die Anrainer der Transportrouten, auf denen der Atommüll quer durch die USA zum künftigen Endlager gebracht werden soll.

Das nukleare Endlager im Yucca Mountain ist bereits seit 20 Jahren in der Diskussion. Das Repräsentantenhaus hatte seiner Einrichtung im Mai zugestimmt, der Senat im Juli. Der Gouverneur Nevadas hat angekündigt, vor Gericht weiter gegen das Endlager im Yucca Mountain zu kämpfen.

GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER
Göttingen/Genf



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