Titel Hamburg Initiativen Hamburg-Termine Inland International Magazin Archiv Suchen
International:
International


Themen:
EU
  EP: Abtreibungen legal
Umwelt & Natur
Mensch & Tier
Report
Krieg & Frieden • Menschen- u. Bürgerrechte
  IOM-Press (deutsch)
  IOM-Press (english)
  IMK
Presse- u. Informationsfreiheit
Initiativen
  IPPNW
  GfbV
  terre des hommes
  Amnesty
  attac
  DFG-VK
  Hilfe für Kinder
  Ärzte ohne Grenzen


Service:
Impressum
ISSN 1610-0611
Information
Intern
Newsletter
Archiv


Tibetische Nonne freigelassen

China wirbt um Wohlwollen der USA: Tibetische
Nonne nach langjähriger Haft freigelassen

Kurz vor Beginn des USA-Besuches des
chinesischen Staatspräsidenten Jiang Zemin ist
die seit zehn Jahren inhaftierte tibetische
Nonne Ngawang Sangdrol am Donnerstag
freigelassen worden. "Fast die Hälfte ihres
Lebens musste die heute 25-Jährige in
chinesischer Haft verbringen, weil sie mehrmals
für nur wenige Minuten friedlich gegen Chinas
Menschenrechtsverletzungen in Tibet protestiert
hatte," erklärte der Asienreferent der
Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Ulrich
Delius, in Göttingen. "Der Zeitpunkt ihrer
Freilassung ist mit Bedacht gewählt, da China am
Aufbau einer strategischen Partnerschaft mit den
USA interessiert ist." Die GfbV begrüßte die
Entscheidung Pekings. Seit acht Jahren hatte
sich die Menschenrechtsorganisation mit
zahllosen Postkarten-, Fax- und Briefaktionen
für die Freilassung der Tibeterin eingesetzt.

Hätte die buddhistische Nonne ihre gesamte
Strafe verbüßen müssen, wäre sie erst am 3.
November 2011 freigelassen worden, berichtete
Delius. Ngawang Sangdrol war noch ein Kind, als
sie das erste Mal wegen der Teilnahme an einer
Demonstration verhaftet wurde. Damals wurde die
Zehnjährige 15 Tage lang in Gewahrsam genommen.
Mit 13 wurde sie erneut von Polizisten
abgeführt, denn sie hatte wieder bei Protesten
gegen die chinesischen Machthaber mitgemacht.
Obwohl sie noch nicht strafmündig war, wurde sie
eingesperrt und erst neun Monate später auf
freien Fuß gesetzt.

Am 17. Juni 1992 wurde sie erneut bei einer
friedlichen Demonstration in Tibets Hauptstadt
Lhasa verhaftet. Ihr Protest hatte nur wenige
Minuten gedauert. Drei Mal wurde ihre Haftstrafe
noch verlängert, weil sie auch im Gefängnis
gegen
Chinas Unrechtsregime aufbegehrte. Zuletzt hatten Mitgefangene berichtet, ihr
Gesundheitszustand sei besorgniserregend.

Sangdrol wurde in dem berüchtigten Drapchi-
Gefängnis festgehalten, dass viele Häftlinge nur
im Sarg oder kurz vor ihrem Tod verlassen.
Zuletzt starb im Februar 2001 eine inhaftierte
buddhistische Nonne an den Folgen der in der
Haft erlittenen Folter. Mehr als 70 Tibeter
kamen so zu Tode, seit China 1986 die Anti-
Folter-Konvention unterzeichnet hat.

==============================
Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV)
Inse Geismar, Pressereferentin
Postfach 2024, D-37010 Goettingen
===========================
17.10.2002


nach oben

--

< zurück --vorwärts > ↑ nach oben

Iran / Inhaftierte Reformer / Böll-Stiftung | Zweiter Antwortbrief der Koalition