 |
|
 |
 |
 |
 |
Tschetschenen nicht abschieben!
|
|
|
Appell zum Tag des Flüchtlings am 4.10.2002: Tschetschenischen Flüchtlingen in Deutschland Schutz gewähren!
Anlässlich des Tags des Flüchtlings (4.Oktober) hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die Innenminister und -senatoren von Bund Ländern am Dienstag dringend dazu aufgefordert, tschetschenische Flüchtlinge nicht weiter in die Russische Föderation abzuschieben. "Russland stellt keine sichere Fluchtalternative für Tschetschenen dar", betonte die GfbV in ihrem Schreiben an die Politiker. In ihrer neuen 15- seitigen Stellungnahme dokumentiert die Menschenrechtsorganisation, dass tschetschenische Flüchtlinge in der Russischen Föderation durch Schikanen des Geheimdienstes, durch Einstellen der Nahrungsmittelversorgung und durch Verweigern jeglicher humanitärer Unterstützung zur Rückkehr nach Tschetschenien gezwungen worden. Doch dort seien die Kämpfe in den letzten Monaten wieder aufgeflammt. "Täglich kommt es zu Verbrechen gegen Zivilisten, ihr Leben hängt von der Willkür der russischen Soldaten ab", warnte GfbV-Osteuropa-Referentin Sarah Reinke. Die GfbV schätzt die Zahl der in Deutschland lebenden Flüchtlinge aus Tschetschenien auf wenige tausend.
In der Stellungnahme, die den Innenministern ebenfalls zugeleitet wurde, beschreibt die GfbV die Lage der tschetschenischen Flüchtlinge in Inguschetien und anderen Teilen der Russischen Föderation als katastrophal. Besorgniserregend seien zahlreiche Fälle, in denen tschetschenischen Flüchtlingen kriminelle Handlungen untergeschoben worden seien, aufgrund derer sie zu jahrelangen Haftstrafen verurteilt worden seien. Das Ausmaß der alltäglichen Diskriminierung durch Medien, Politiker und die Öffentlichkeit sei erschreckend und führe zur Stigmatisierung und Kriminalisierung der gesamten Gruppe als Terroristen und Banditen, kritisierte Reinke. Zudem fänden die Flüchtlinge in Russland keine ausreichenden Existenzbedingungen vor. Denn sie würden als Zwangsumsiedler nicht anerkannt, in der Regel am Exilwohnort nicht registriert und hätten somit weder Anspruch auf soziale Unterstützung noch kostenfreie medizinische Versorgung, wird in der Stellungnahme anhand zahlreicher Beispiel und Belege ausgeführt. So lebten sie praktisch wie Illegale in einem fremden Land.
Eindringlich wies die GfbV in ihrem Schreiben an die deutschen Innenpolitiker darauf hin, dass es sich bei den Flüchtlingen aus Tschetschenien um Überlebende eines Genozids handelt, der im Krieg unter Boris Jelzin 1994-96 begonnen worden sei und unter Wladimir Putin 1999 bis heute fortgesetzt werde. Inzwischen hätten die Tschetschenen bis zu 160.000 Todesopfer zu beklagen.
ACHTUNG REDAKTIONEN: Auf Anfrage senden wir Ihnen unsere 15-seitige Stellungnahme zur Situation der tschetschenischen Flüchtlinge in der Russischen Föderation gern zu.
========================================================= Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin 1.10.2002 ==========================================================
|
nach oben
--< zurück
•--vorwärts >
↑ nach oben
|
Offener Brief an Joschka Fischer | Wiederaufbau in Afghanistan gefährdet
|
|