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ISSN 1610-0611
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Vorrang von Menschenrechten

Ein Jahr nach dem 11. September 2001:
terre des hommes fordert Vorrang von Menschenrechten vor dem
»Krieg gegen den Terror«

Osnabrück, 06.09.2002 - Der nach den Anschlägen vom 11. September
2001 erklärte »Krieg gegen den Terror« unter Führung der USA dient
zunehmend als Legitimation zur Bekämpfung politischer Gegner.
Dabei werden unter dem Deckmantel der Terrorismus-Bekämpfung
oftmals systematische Menschenrechtsverletzungen begangen. Dies
erklärte das entwicklungspolitische Kinderhilfswerk terre des
hommes angesichts des Jahrestages der Terroranschläge in den USA
am 11. September 2001.
»Wir haben die Terroranschläge des 11. September scharf verurteilt
und stehen heute selbstverständlich genauso zu dieser
Beurteilung«, so Wolf-Christian Ramm, Pressesprecher von terre des
hommes. »Doch zeigen uns Rückmeldungen unserer Projektpartner aus
Kolumbien, dass die Unterstützung des Anti-Guerilla-Krieges der
kolumbianischen Regierung durch die USA nach dem 11. September zu
einem massiven Anwachsen der Gewalt im Land geführt hat.« Unter
dem Terrorismus-Vorwurf, so terre des hommes weiter, würden
indianische Gemeinschaften und Oppositionelle bedroht und
verfolgt. Auch aus Indonesien und den Philippinen, wo das US-
Militär erklärtermaßen »Fronten« zur Bekämpfung des Terrorismus
eröffnete, gäbe es klare Hinweise für ein Anwachsen der Gewalt.
Überall seien militärische Strategien zur so genannten
»Aufstandsbekämpfung« nicht das Ergebnis des 11. September, sie
seien jedoch seitdem massiv verstärkt worden.
»Es kann nicht angehen«, so Ramm, »dass unter dem Deckmantel der
Terrorismus-Bekämpfung humanitäre Errungenschaften wie die
Menschenrechte, die man zu verteidigen vorgibt, mit Füßen getreten
werden.« terre des hommes appelliert deshalb an die
Staatengemeinschaft, das legitime Interesse an Schutzmaßnahmen
gegen Terroranschläge nicht in eine sicherheitspolitische
Strategie zur Unterdrückung politisch unerwünschter
gesellschaftlicher Gruppen umzudeuten.
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terre des hommes-Pressereferat


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