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ISSN 1610-0611
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Weltkindertag

Zum Weltkindertag am 20. September:

terre des hommes fordert politische Weichenstellungen zum Schutz von Kindern


Die neu zu waehlende Bundesregierung muss ihr Engagement zum
Schutz von Kindern konkret unter Beweis stellen. Diese Forderung
erhob das entwicklungspolitische Kinderhilfswerk terre des hommes
anlaesslich des bevorstehenden Weltkindertages am 20. September.
“Wenn die Situation der Kinder in aller Welt der neuen
Bundesregierung wirklich ein Anliegen ist, muss sie dies durch
konkretes politisches Handeln dokumentieren”, sagte Petra Boxler,
Vorsitzende von terre des hommes, auf einer Pressekonferenz in
Berlin. Konkret forderte Boxler die Bundesregierung auf,
politische Massnahmen zur Eindaemmung des internationalen
Kinderhandels zu ergreifen und damit einen Beitrag zur Bekaempfung
dieser “finsteren Seite der Globalisierung” zu leisten. Die
Bundesregierung sei aufgefordert, sich fuer die Verbesserung der
Rechtssituation der etwa 6.000 bis 10.000 unbegleiteten
auslaendischen Minderjaehrigen einzusetzen. Aktuelle Studien, die
terre des hommes im Rahmen seiner internationalen Kampagne gegen
Kinderhandel herausgegeben hat, zeigten, dass ein erheblicher Teil
dieser Kinder als Opfer von Kinderhaendlern nach Deutschland kaeme
und dort fuer Taetigkeiten wie Diebstaehle, Zwangsprostitution und
Pornografie missbraucht werde. Die Kinder seien illegal im Land
und von Abschiebung bedroht. “Diese Kinder sind keine Taeter,
sondern Opfer krimineller Erwachsener”, so Boxler. Sie muessten
als solche gemaess den Bestimmungen der UN-Kinderrechtskonvention
behandelt werden. Boxler bezeichnete den Kinderhandel als
“perversen Ausdrucks des Prinzips uneingeschraenkter
Kaeuflichkeit”, der auf politischer und juristischer Ebene
bekaempft werden muesse.
Um den Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten zu verbessern,
verlangte terre des hommes den Stopp der Herstellung von
Kleinwaffen und die Foerderung von Ausbildungsprogrammen fuer
Jugendliche, die ueber einen Schuldenerlass finanziert werden
sollten. Ferner sei die rasche Ratifizierung des Zusatzprotokolls
zur UN-Kinderrechtskonvention durch die neue Bundesregierung
erforderlich, das Kinder vor Zwangsrekrutierung schuetzen soll.
Boxler appellierte ferner an die Bundesregierung, allen Versuchen
der USA zu widerstehen, die bisher weitestgehend einheitliche
Linie der Befuerworter des Internationalen Strafgerichtshofes
innerhalb der EU aufzubrechen.
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terre des hommes
Deutschland e.V.
Pressereferat


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