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ISSN 1610-0611
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Rassistische Sondervolkszählung in Syrien

Zur 40jährigen Vollziehung der rassistischen Sondervolkszählung in Syrien
Am 06. Oktober 1962 vollzog die damalige syrische Regierung unter dem Deckmantel „ausserordentliche Volkszählung“ eine der rassistischen Projekte. Gemäß dieses Projektes wurden Tausenden kurdischen Familien im Gebiet Al-Djasira die Staatsbürgerschaft entzogen - sie wurden zu Ausländern erklärt.
Durch eine sogenannte Landreform, genannt „Arabischer Gürtel“, wurden Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre im Grenzgebiet zur Türkei die zu Ausländern erklärten kurdischen Familien enteignet. Ihr Land wurde arabischen Familien übertragen, die von der Regierung in Damaskus dort angesiedelt wurden.
Das syrische Baath-Regime weigert sich bis heute, die damals ausgebürgerten und enteigneten kurdischen Bürgerinnen und Bürger, die seit Jahrtausenden in ihrem heutigen Siedlungsgebiet leben und deren Zahl heute auf ca. 150 bis 200.000 geschätzt wird, wieder einzubürgern und zu entschädigen bzw. ihnen ihr Land zurückzugeben.
Im Gegenteil, das Regime versucht durch neue Dekrete des Innenministeriums im Jahre 2000 die Sprache und Kultur der kurdischen Bevölkerung zu verbieten und die Bevölkerung in den Regionen Djabal Al Akrad und Kobani durch eine neue Enteignungspolitik zu vertreiben.
Diese rassistische Politik und die Praxis des „Arabischen Gürtels“ durch das Baath-Regime muß gestoppt werden, und zwar durch die Einwirkung der internationalen Gemeinschaft und Druck der Europäischen Union auf Syrien.
Der IMK e.V. ist dabei, bis Ende dieses Jahres ein Dossier über die Arabisierungs- und Bodenenteignungspolitik des syrischen Staates auszuarbeiten und herauszugeben, um die Völkergemeinschaft und die Weltöffentlichkeit zu sensibilisieren und zum Handeln zu bewegen.

Zahlreiche kurdische Parteien und Organisationen führen aus 40jährigem Anlass dieses rassistischen Projektes des Baath-Regimes in Damaskus eine Demonstration und Kundgebung am 05. Oktober 2002, um 10.00 Uhr, vor der Kunsthalle Bonn, durch.

Wir unterstützen diese Aktion und rufen die demokratische Öffentlichkeit sowie die Friedensbewegung auf, sich an dieser Aktion zu beteiligen und folgende Forderungen der kurdischen Organisationen zu unterstützen:Sofortiger Stopp aller rassistischen Projekte, insbesondere das der Sondervolkszählung und des Arabischen Gürtels;Verfassungsmäßige Anerkennung der Existenz des kurdischen Volkes in Syrien;Offizielle Anerkennung der kurdischen Sprache und Kultur;Freilassung aller politischen Gefangenen;Anerkennung der politischen und demokratischen Freiheiten, wie die Meinungs- und Pressefreiheit;
Aufhebung des Ausnahmezustandes und dessen Gesetze sowie Dekrete.

Wir appellieren insbesondere an die Bundesregierung, sich beim Europäischen Rat für die Demokratisierung Syriens und für die Anerkennung der kurdischen Identität stark zu machen.

Für den IMK e.V. Bonn, 04. Oktober 2002
Abubekir Saydam
(Büroleiter)


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