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ISSN 1610-0611
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Alles unter Kontrolle ?

Alles unter Kontrolle ?

Die International Organisation for Migration (IOM) und das
globale Migrationsmanagement

Die International Organisation for Migration (IOM) ist eine
zwischenstaatliche Organisation mit der Aufgabe, weltweit
Migration zu beobachten, zu begrenzen und zu steuern. Die IOM
mit Sitz in Genf wurde 1951 von den westlichen Alliierten als
Instrument des Kalten Krieges gegründet. Mit mittlerweile 90
Mitgliedstaaten und über 100 Büros, unter anderem in Berlin und
Bonn, verfügt die IOM über ein umfassendes Kontroll- und
Arbeitsnetz in allen migrationsrelevanten Regionen der Erde.
Analog zum IWF (Finanzen) und zur WTO (Waren) ist die IOM
(Menschen) heute die Organisation zur Steuerung von
Migrationsbewegungen. Dabei ist ihre Politik stark von der
Ideologie des Neoliberalismus geprägt. Bislang hat sie in das
Schicksal von ca. 11 Mio. Menschen eingegriffen,
Schwerpunktregionen ihrer Tätigkeit liegen in Osteuropa, auf dem
Balkan, im Kaukasus und in Zentralasien.

Die "Rückführung" abgelehnter Asylsuchender oder
Bürgerkriegsflüchtlinge ist, neben dem Aufbau von
Migrationsregimes oder der Anwerbung von erwünschten
Arbeitskräften, einer der zentralen Aufgabenbereiche. Allein in
der Bundesrepublik Deutschland wurden im Jahr 2000 75.000
Menschen durch die IOM außer Landes geschafft. Wegen ihrer
Politik wird die IOM mittlerweile von etlichen Organisationen
wie dem Roma National Congress, von KOK Potsdam, von Amnesty
International, von Statewatch (London), dem British Refugee
Council, den australischen Grünen, osteuropäischen AktivistInnen
und vielen anderen stark kritisiert.

Die Veranstaltung soll über die Aktivitäten der IOM informieren
und ihre Rolle insbesondere aus der Sicht von Roma in der BRD
und Frauenorganisationen beleuchten.

ReferentInnen:

Rudko Kawczynski, Sprecher des Roma National Congress (RNC)

Marion Böker, KOK - Bundesweiter Koordinierungskreis gegen
Frauenhandel und Gewalt an Frauen im Migrationsprozess e.V.

Franck Düvell, Migrationswissenschaftler, University of Exeter
(UK)

Weitere Veranstaltungen im November und Dezember:
28. 11. 02: Die extreme Rechte in Putins Russland. Werden ihre Träume wahr?
30. 11. 02: Wird Bulgarien abgehängt? (Kritische Stimmen zur
EU-Osterweiterung VI)
5. 12. 03: "Copyleft Is Our Right" (ZAIBI)
8. 12. 03: ZAIBI - Für anonyme und kostenlose Kunst. Politische Videokunst
aus Russland

Bernard Könnecke
Ost-West-Referat
Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung
Kottbusser Damm 72,

BerlinTue, 26 Nov 2002


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