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ISSN 1610-0611
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medica mondiale appelliert

medica mondiale appelliert an die Internationale Gemeinschaft:
Es muss viel mehr getan werden für die
afghanischen Frauen!

Mit einem dringenden Appell wendet sich die Hilfsorganisation für Frauen in Kriegsgebieten, medica mondiale, anlässlich der Afghanistan-Außenministerkonferenz am 2. Dezember auf dem Petersberg, an die Internationale Gemeinschaft.

Unter Menschenrechtsaktivist/inn/en in Kabul, so heißt es in einem Brief von medica mondiale an die Außenminister, herrsche Übereinstimmung darüber, dass es bislang kaum positive Veränderungen für die Lage der Frauen und Mädchen in Afghanistan gegeben habe. Nach wie vor hätten diese unter den frauenverachtenden Zuständen im Land zu leiden, die ihnen grundlegende Rechte und Freiheiten verwehren. Statt eines langsamen Fortschrittes gebe es in den letzten Monaten viele Beweise dafür, dass sich die Situation wieder zusehends verschlimmert.

So würden erneut Frauen aus dem öffentlichen Leben weg und in ihre Wohnungen zurückgedrängt, der Zugang zu Ausbildung und beruflicher Tätigkeit

werde ihnen verwehrt. Nicht selten würden Frauen dafür ins Gefängnis gebracht, dass sie sich gegen häusliche Gewalt zur Wehr setzen. Statt ihnen zu helfen, würden ihnen „moralische Verbrechen“ zur Last gelegt. In einigen Regionen seien neu erbaute Schulen für Mädchen niedergebrannt worden, Mädchen wurden mit dem Tode bedroht, wenn sie es wagten, zur Schule gehen zu wollen. Gruppenvergewaltigungen und der Missbrauch von Frauen und Mädchen als „Handelsware“ seien immer noch trauriger Alltag – wie auch von UN-Mitarbeitern/innen festgestellt. Im Gegensatz zu all dem begrüße die überwiegende Mehrheit der afghanischen Bevölkerung im Grunde positive Veränderungen für Frauen. Aus Angst schwiegen die meisten jedoch.
„Stabilität in Afghanistan heißt auch und vor allem Stabilisierung der Sicherheit und Bewegungsfreiheit für Frauen. Deshalb muss sich die Internationale Gemeinschaft stärker für die Frauenrechte einsetzen als bisher“, so eine medica mondiale-Sprecherin.

Den Brief an die Außenminister und einen detaillierten Forderungskatalog (2 Seiten) senden wir Ihnen gerne zu. Bitte schicken Sie uns dazu diese Meldung mit kurzem Vermerk per Fax zurück.

P.S. Für diese Forderungen setzt sich unsere Referentin für Menschenrechte Beate Ziegler bei der u.a. vom Auswärtigen Amt initiierten Parallelkonferenz zur Petersbergkonferenz ein, die am 1. Dezember in Bad Honnef stattfindet. (Thema: Verfassung und Zivilgesellschaft: Grundlagen der demokratischen Entwicklung Afghanistans.)

Köln, 27.11.2002.

medica mondiale e.V.
Isabella Stock
(Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)
Public affairs manager
Hülchrather Straße 4
50670 Köln/Cologne (Germany)

Zum Vormerken:
medica mondiale wird 10 Jahre-
große Benefiz-Gala am 4. April 2003!
Weitere Infos bald auf unserer website.
m-journal zum Download!

+++Wir unterstützen traumatisierte Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten+++
+++We offer support to traumatised women and girls in war and crisis zones+++
SPENDENKONTO/DONATION ACCOUNT: Sparkasse Bonn, BLZ 380 500 00, Kto. 45 000 163



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