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Mitarbeiter seit 100 Tagen entführt

Dagestan: Mitarbeiter seit 100 Tagen entführt

Moskau/Berlin, Vor 100 Tagen wurde der Landeskoordinator
der internationalen Hilfsorganisation ÄRZTE OHNE GRENZEN von unbekannten
Bewaffneten in der dagestanischen Hauptstadt Makhachkala entführt. Trotz der
Bemühungen russischer Behörden, die Freilassung von Arjan Erkel zu
erreichen, ist der Holländer bis heute vermisst.

Obwohl Erkel bereits am 12. August 2002 entführt wurde, gibt es keine
Informationen darüber, wo er sich befindet. Unklar ist auch, wer die Täter
und was die Motive für die Entführung sind. Bemühungen der russischen
Behörden, den Fall aufzuklären, blieben bislang ohne Ergebnis. ÄRZTE OHNE
GRENZEN ist über das Schicksal Arjan Erkels zutiefst besorgt.

Die Organisation hat den für den Nordkaukasus zuständigen Geberländern ihre
Be-sorgnis um Erkels Schicksal mitgeteilt. Auch von Nina Davydovich fehlt
bisher jede Spur. Die Leiterin der russischen Nichtregierungsorganisation
Druzhba wurde am 27. Juli 2002 entführt. ÄRZTE OHNE GRENZEN hat an die
Geberländer appelliert, das Schicksal der vermissten Helfer nicht zu
vergessen, wenn sie humanitäre Hilfe für die Region planen.

Die in der vergangenen Woche entführten nationale Mitarbeiter des
Internationalen Komitees vom Roten Kreuz wurden letzten Sonntag
freigelassen. Morten Rostrup, internationaler Präsident von ÄRZTE OHNE
GRENZEN, begrüßte die schnelle Freilassung: "Dies ist ein positives Beispiel
dafür, wie hilfreich politischer Druck sein kann. Deshalb fordern wir die
russischen Behörden dringend auf, ihre Anstrengungen zu verstärken, um die
Freilassung von Arjan Erkel möglichst schnell und sicher zu erreichen."

Nach den Entführungen im vergangenen Sommer wurden alle Projekte von ÄRZTE
OHNE GRENZEN im Nordkaukasus eingestellt. Bislang wurden nur die Aktivitäten
in Inguschetien wieder aufgenommen, in Dagestan und Tschetschenien bleiben
sie ausgesetzt. Die Büros von ÄRZTE OHNE GRENZEN in Makhachkala, Chasawjurt
und Grosny sind jedoch weiterhin geöffnet, um die Lage zu beobachten und in
akuten Notfällen tätig werden zu können. Dies beinhaltet vor allem die
Kooperation mit chirurgischen und gynäkologischen Einrichtungen in
Tschetschenien.

Am 100. Tag der Entführung von Arjan Erkel fordert ÄRZTE OHNE GRENZEN die
Entführer von Erkel und Davydovich erneut auf, die beiden unverzüglich und
unversehrt freizulassen.

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AERZTE OHNE GRENZEN /
AM KOELLNISCHEN PARK 1 /
D-10179 BERLIN
20.11.2002


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