Titel Hamburg Initiativen Hamburg-Termine Inland International Magazin Archiv Suchen
International:
International


Themen:
EU
  EP: Abtreibungen legal
Umwelt & Natur
Mensch & Tier
Report
Krieg & Frieden • Menschen- u. Bürgerrechte
  IOM-Press (deutsch)
  IOM-Press (english)
  IMK
Presse- u. Informationsfreiheit
Initiativen
  IPPNW
  GfbV
  terre des hommes
  Amnesty
  attac
  DFG-VK
  Hilfe für Kinder
  Ärzte ohne Grenzen


Service:
Impressum
ISSN 1610-0611
Information
Intern
Newsletter
Archiv


Nigeria: Scharia-Opfer nicht vergessen

Appell an Organisatoren der "Miss World"-Wahl in
Nigeria: Scharia-Opfer nicht vergessen !

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat
am Mittwoch an die Organisatoren der Miss World-
Wahl in Nigeria appelliert, neben ihrem
Engagement für die mit dem Tod durch Steinigung
bedrohte Nigerianerin Amina Lawal nicht die
anderen Opfer der Scharia in dem
westafrikanischen Land zu vergessen. Neben Amina
Lawal seien noch eine Frau und fünf Männer seit
September 2001 zum Tod durch Steinigung
verurteilt worden. "Es ist skandalös, dass
ungeachtet der Beteuerungen der nigerianischen
Regierung auch heute schon grausame Strafen des
muslimischen Scharia-Rechts vollstreckt werden",
heißt es in dem an Julia Morley, die Londoner
Organisatorin der Miss World-Wahl, gerichteten
Appell. So sei die von drei Männern
vergewaltigte 17 Jahre alte Bariya Magazu wegen
außerehelichen Geschlechtsverkehrs im Januar
2001 mit 100 Stockschlägen bestraft worden. Das
Schicksal der von ihren Vergewaltigern
geschwängerten Jugendlichen zeige, wie absurd
die Scharia-Strafverfahren seien.

Unter den zum Tode Verurteilten sei auch das
Liebespaar Fatima Usman und Ahmadu Ibrahim,
schrieb die GfbV. Sie seien wegen der
bevorstehenden Geburt eines Kindes Mitte Oktober
auf Kaution freigelassen worden. Wochenlang
waren sie festgehalten worden, ohne dass sie von
ihrer Verurteilung wussten. Ihr weiteres
Schicksal sei bis heute ungeklärt. Wegen
Ehebruchs sei Yunusa Rafin Chiwaya im Juni 2002
als erster Mann zum Tod durch Steinigung
verurteilt worden. Seine Partnerin sei
freigesprochen worden, nachdem sie beim Koran
geschworen habe, sie habe zur "Tatzeit" unter
Hypnose gestanden.

Die GfbV begrüßte das Engagement von Frau Morley
für Amina Lawal, da es ihren Fall weltweit
bekannt gemacht und die nigerianische Regierung
zu Zugeständnissen gezwungen habe, um einen
Boykott Nigerias zu verhindern. Leider habe die
nigerianische Regierung ihren vollmundigen
Ankündigungen im Falle Amina Lawals bislang
keine Taten folgen lassen und noch nicht einmal
mit ihren Anwälten Kontakt aufgenommen.



==============================
Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV)
Inse Geismar, Pressereferentin
=================================
13.11.2002


nach oben

--

< zurück --vorwärts > ↑ nach oben

Britische Regierung gewährt Schutz | „Enduring Freedom“-Mandat