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ISSN 1610-0611
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Petra-Kelly-Preis an Ingrid Betancourt

PETRA-KELLY-PREIS 2002 AN KOLUMBIANISCHE GRÜNEN-POLITIKERIN INGRID BETANCOURT

Herausragendes Engagement gegen Gewalt und Menschenrechtsverletzungen gewuerdigt - Vorsitzende der kolumbianischen Gruenen seit ueber 7 Monaten in der Hand der Guerilla

Der Petra-Kelly-Preis der Heinrich-Boell-Stiftung geht dieses Jahr an Ingrid Betancourt, Vorsitzende der gruenen Partei Kolumbiens "Oxigeno Verde". Die ehemalige Praesidentschaftskandidatin wurde mitten im kolumbianischen Wahlkampf von der FARC-Guerilla entfuehrt und befindet sich seit Februar 2002 in deren Gewalt. Die internationale Jury des Petra-Kelly-Preises gab heute in Berlin ihre Entscheidung bekannt.

In der Begruendung der Jury heisst es: "Mit der Preisvergabe wuerdigen wir Ingrid Betancourts herausragendes Engagement für ein Ende der Jahrzehnte andauernden Gewalt und unzaehligen Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien. In ihrer Eigenschaft als mutige gruene Politikerin, die sich ohne Ruecksicht auf persoenliche Gefaehrdung unermuedlich fuer mehr Demokratie, die Wahrung der Menschenrechte und zivile Konfliktloesungen engagiert, steht Ingrid Betancourt in direkter Kontinuitaet zu Petra Kelly. Sie ist ueber Kolumbien hinaus zu einer Symbolfigur geworden, die viel Sympathie und Anerkennung genießt. Ihre Geiselnahme durch die FARC-Guerilla dauert immer noch an. Der Preis ist deshalb auch eine Geste der Solidaritaet und ein Appell an die kolumbianische Regierung und die internationale Oeffentlichkeit, aktiv für ihre Freilassung einzutreten."

Die 40-jaehrige Betancourt, die mit zahlreichen, Aufmerksamkeit erregenden Aktionen ihren Forderungen Nachdruck verlieh, trat nach dem Ende der Dialogpolitik des damaligen Praesidenten Pastrana an der Spitze der Partei "Oxígeno verde" selbst als Kandidatin zu den Praesidentschaftswahlen an. Sie plaedierte für eine Fortsetzung der Verhandlungen und ein Ende der bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Guerilla, rechten Paramilitaers und den Streitkraeften, die Jahr für Jahr unzaehlige Opfer in der unbeteiligten Zivilbevoelkerung fordern. Am 23. Februar 2002, drei Tage nach dem Abbruch der Verhandlungen zwischen der Regierung und der Guerilla und dem Beginn einer neuen militaerischen Offensive der kolumbianischen Streitkraefte wurde Ingrid Betancourt im Konfliktgebiet zusammen mit einer Mitarbeiterin von der Guerilla entfuehrt. Die Heinrich Boell Stiftung appellierte an den kolumbianischen Präsidenten Pastrana und an die Bundesregierung, sich nachdruecklich für die Freilassung von Ingrid Betancourt einzusetzen.

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird am 13. Dezember 2002 in Anwesenheit einer RepraesentantIn von Ingrid Betancourt in Berlin verliehen.

Der Petra-Kelly-Preis der Heinrich-Boell-Stiftung ist dem Gedenken an Petra Kelly gewidmet. Petra Kelly (1947-1992) war eine treibende Kraft bei der

Gruendung der gruenen Partei Ende der 70er Jahre und ihre prominenteste Sprecherin in den Anfangsjahren. Gleichzeitig ging ihr Wirkungskreis weit ueber die alte Bundesrepublik hinaus. Fuer ihr Engagement wurde sie 1982 mit dem Alternativen Nobelpreis und 1983 mit dem Preis "Frau des Jahres" der US-amerikanischen Frauenorganisation "Women Strike for Peace" ausgezeichnet.
Am 15. Oktober 2002 wird Petra Kelly posthum den diesjaehrigen "Light oh Truth Award" der "International Campaign for Tibet" gemeinsam mit Heinrich Harrer erhalten.

Der Petra-Kelly-Preis wird jaehrlich an Personen oder Gruppen vergeben, die sich in herausragender Weise für die Achtung der universellen Menschenrechte, für gewaltfreie Konfliktloesungen sowie den Schutz der natuerlichen Umwelt einsetzen. Der Preis wurde 1998 erstmals an die internationale Menschenrechtsorganisation UNPO (Unrepresented Nations and Peoples Organisation) verliehen. Im Jahr 2000 ging der Preis an die chilenischen Umweltaktivistinnen Berta und Nicolasa Quintreman Kalpan.

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Heinrich-Boell-Stiftung, Presse- und Oeffentlichkeitsarbeit,
Michael Alvarez, Hackesche Hoefe, Rosenthaler Str. 40/41, 10178 Berlin

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