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ISSN 1610-0611
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Petra-Kelly-Preis/Kolumbien/Ingrid Betancourt/

Verleihung des Petra-Kelly-Preises 2002 an entführte
kolumbianische Grünen-Politikerin Ingrid Betancourt

"Dieser Preis kann für Ingrid zu einer Lebensversicherung werden" -
Übergabe des Preises am 13. Dezember an Ehemann Juan-Carlos Lecompte

Preisverleihung am Freitag, 13. Dezember 19.00 Uhr
Galerie der Heinrich-Böll-Stiftung, Hackesche Höfe, VH, Aufgang 1,
5.OG
Rosenthaler Str. 40/41

19.00
Film über Petra Kelly
19.10
Begrüßung durch Ralf Fücks, Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung
19.15
Ansprache von Christa Nickels MdB, Vorsitzende der Kommission
für Menschenrechte in Deutschen Bundestag
19.30
Laudatio von Marie Nagy, Vorsitzende der grünen Partei Belgiens "Ecolo"
und
Senatorin im belgischen Parlament
19.45
Ansprache von Juan Carlos Lecompte, Ehemann von Ingrid Betancourt
20.00
Übergabe des Preises

Anschließend Empfang mit Buffet

Der mit 10.000 Euro dotierte Petra-Kelly-Preis an die entführte kolumbianische
Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt wird am 13. Dezember 2002
an den Ehemann von Ingrid Betancourt und Mitbegründer der Grünen Partei
Oxígeno Verde, Juan-Carlos Lecompte übergeben. Die Laudatio hält die
belgische Senatorin und Grünen-Politikerin Marie Nagy, selbst kolumbianischer
Herkunft.

Die Internationale Jury gab ihre Entscheidung für Ingrid Betancourt
bereits am 7. Oktober bekannt. In der Begründung hieß es, mit der Preisvergabe
werde Ingrid Betancourts herausragendes Engagement für ein Ende der
Jahrzehnte andauernden Gewalt und unzähligen Menschenrechtsverletzungen in
Kolumbien gewürdigt. In ihrer Eigenschaft als mutige grüne Politikerin,
die sich ohne Rücksicht auf persönliche Gefährdung unermüdlich für mehr
Demokratie, die Wahrung der Menschenrechte und zivile Konfliktlösungen engagiere,
stehe Ingrid Betancourt in direkter Kontinuität zu Petra Kelly.

In einer ersten Stellungnahme schrieb der Mitbegründer der Grünen
Partei Kolumbiens und Ehemann von Betancourt, Juan-Carlos Lecompte:
"Dieser Preis kann für Ingrid zu einer Lebensversicherung werden."
Für eine Lösung der Entführungsfälle sei das internationale Interesse von größter Bedeutung.

Die ehemalige Präsidentschaftskandidatin gelangte aufgrund ihres
mutigen Einsatzes gegen Korruption, Bürgerkrieg und Menschenrechtsverletzungen
zu internationaler Anerkennung. Sie plädierte für eine Fortsetzung der
Verhandlungen und ein Ende der bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Guerilla,
rechten Paramilitärs und den Streitkräften, die Jahr für Jahr unzählige Opfer
in der unbeteiligten Zivilbevölkerung fordern. Am 23. Februar 2002, drei Tage
nach dem Abbruch der Verhandlungen zwischen der Regierung und der
Guerilla und dem Beginn einer neuen militärischen Offensive der
kolumbianischen Streitkräfte wurde Ingrid Betancourt im Konfliktgebiet zusammen mit
ihrer Vizepräsidentschaftskandidatin Clara Rojas von der Guerilla entführt.
Seitdem befinden sich beide in deren Gewalt.

Die Heinrich Böll Stiftung appellierte an den kolumbianischen
Präsidenten Pastrana und an die Bundesregierung, sich nachdrücklich für die
Freilassung von Ingrid Betancourt einzusetzen.

Der Petra-Kelly-Preis der Heinrich-Böll-Stiftung ist dem Gedenken an
Petra Kelly gewidmet. Petra Kelly (1947-1992) war eine treibende Kraft
bei der Gründung der grünen Partei Ende der 70er Jahre und ihre prominenteste
Sprecherin in den Anfangsjahren, ihr Wirkungskreis ging weit über die
alte Bundesrepublik hinaus. Der Petra-Kelly-Preis wird jährlich an Personen
oder Gruppen vergeben, die sich in herausragender Weise für die Achtung der
universellen Menschenrechte, für gewaltfreie Konfliktlösungen sowie den Schutz der
natürlichen Umwelt einsetzen.
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