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Protest gegen drohende Steinigungen...
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Nigerias Vizepräsident und Minister in Frankfurt Protest gegen drohende Steinigungen und Amputationen in Nigeria
Mit einer symbolischen Steinigung hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Donnerstag während des Frankfurt-Besuches des nigerianischen Vizepräsidenten Atiku Abubakar und des Staatsministers im Außenministerium Chief Dubem Onyia gegen drohende Steinigungen und Amputationen in Nigeria protestiert. Mitarbeiter der Menschenrechtsorganisation forderten die beiden an einer Wirtschaftskonferenz in Frankfurt teilnehmenden Politiker dazu auf, sich für eine Abschaffung des islamischen Scharia-Rechts mit seinen unmenschlichen Strafen einzusetzen. "Die Zusicherung der nigerianischen Regierung, vor der Miss World-Wahl niemanden zu steinigen, ist nur ein Lippenbekenntnis," kritisierte der GfbV- Afrikareferent Ulrich Delius. "Die zum Tod durch Steinigung verurteilte junge Mutter Amina Lawal wartet seit Wochen vergeblich auf einen Termin für ihr Berufungsverfahren." Die GfbV hatte in der Nähe vom Marriot-Hotel, in dem die Wirtschaftskonferenz stattfand, eine Steinigung mit einer lebensgroßen, in "Sand" eingegrabenen Puppe nachgestellt, an deren Kopf eine große rote Wunde klaffte.
Neben Amina Lawal, deren Fall durch Boykott- Aufrufe der am 7. Dezember in Nigeria stattfindenden Miss World-Wahlen weltweit Aufmerksamkeit erregte, sollen noch eine Frau und fünf Männer gesteinigt werden, sagte Delius. Ohne von ihrer drohenden Steinigung zu wissen sei ein Liebespaar wochenlang in Haft gehalten worden. Zwar seien die beiden inzwischen auf Kaution freigekommen, doch ihr weiteres Schicksal sei noch immer unklar.
Selbst Kinder und Jugendliche wurden auf Grundlage der islamischen Scharia-Gesetzgebung zu grausamen Strafen verurteilt. Elf Kindern soll wegen Diebstahls eine Hand amputiert werden. "Unter ihnen ist zum Beispiel der 15 Jahre alte Rabio Bello, der ein Hemd von der Wäscheleine gestohlen hat", berichtete Delius. Das jüngste mögliche Opfer dieser unmenschlichen Strafe sei der 13 Jahre alte Abudahar Musa. Er sei wegen des Diebstahls einer Kuh verurteilt worden.
============================== Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin ============================== Frankfurt / Göttingen, den 21.11.2002
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