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Protest mit Galgen
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Tag der Menschenrechte Protest mit Galgen gegen Todesurteile an Tibetern und Uiguren in China
Aus Protest gegen die Hinrichtung politischer Gefangener in Tibet und Ostturkestan (Xinjiang) hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Dienstag gemeinsam mit in Deutschland lebenden Uiguren und Tibetern vor der chinesischen Botschaft in Berlin einen Galgen errichtet. „Mehr als 500 aus politischen Gründen inhaftierte Uiguren wurden seit 1997 in China hingerichtet“, kritisierte der GfbV- Asienreferent Ulrich Delius. „Auch in Tibet hat Peking die Repressionen seit dem 11. September 2001 massiv verschärft.“ So seien erst am 2. Dezember 2002 erneut zwei Tibeter von einem Gericht in der Region Ganzi in der Provinz Sichuan wegen vermeintlicher Beteiligung an einem Bombenanschlag und staatsfeindlicher Aktivitäten zum Tode verurteilt worden. Der tibetische Geschäftsmann Lobsang Dhondup soll voraussichtlich in zwei Tagen hingerichtet werden. Für zwei Jahre ausgesetzt worden sei hingegen die Vollstreckung des Todesurteils für den buddhistischen Gelehrten und Mönch Trulku Tenzin Delek, berichtete Delius. Der 52 Jahre alte Tibeter war den Behörden wegen des Baues von Klöstern und Wohlfahrtseinrichtungen für seine Landsleute sowie aufgrund seiner Kritik an der chinesischen Herrschaft in Tibet schon seit Jahren verdächtig. Nur aufgrund massiver öffentlicher Proteste war der Gefolgsmann des Dalai Lama nach Festnahmen in den Jahren 1998 und 2000 wieder freigelassen worden.
„Die deutsche Bundesregierung darf Chinas Führung nicht länger einen Freibrief für schwere Menschenrechtsverletzungen geben, die unter dem Deckmantel des Antiterror-Kampfes verübt werden“, forderte Enver Can, der Präsident des Nationalkongresses Ostturkestans, der sich an der GfbV-Menschenrechtsaktion in Berlin beteiligte. Jeden Monat würden in Ostturkestan im Nordwesten Chinas Todesurteile an muslimischen Uiguren vollstreckt, denen „illegale religiöse terroristische Aktivitäten“ vorgeworfen wurden. Die Bevölkerung werde von den chinesischen Behörden mit öffentlichen Schauprozessen und Massenhinrichtungen eingeschüchtert. Wer sich für die Erhaltung der eigenen traditionellen Kultur und Religion einsetze, werde auch bei friedlichem Engagement als „Terrorist“ kriminalisiert.
Auch für Falun Gong-Anhänger habe sich die Lage in den letzten Monaten dramatisch zugespitzt, sagte Delius. Mehr als 520 Falun Gong-Anhänger seien seit Beginn der Repression gegen die Meditationsbewegung im Juli 1999 in Polizeistationen und Arbeitslagern zu Tode gekommen.
Der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius ist in Berlin erreichbar unter Tel. 0160 95 67 14 03.
========================================================= Gesellschaft fuer bedrohte Voelker e.V. (GfbV) Inse Geismar, Pressereferentin Postfach 2024, D-37010 Goettingen ===================================================== Berlin/Göttingen, den 10.12.2002=====
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