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Somalia: Zehn Jahre nach "Operation Restore Hope"

Somalia: Zehn Jahre nach "Operation Restore Hope"
Zivilbevölkerung benötigt dringend humanitäre Hilfe

Ein Jahrzehnt nach der Landung der
UN-Truppen in Somalia, die die Bevölkerung vor einer Hungersnot retten
sollten, ist die humanitäre Situation im Land alarmierend. Der anhaltende
Bürgerkrieg hat nach Ansicht der internationalen Organisation ÄRZTE OHNE
GRENZEN dramatische Folgen für die Gesundheit der somalischen Bevölkerung.
Während die internationale Gemeinschaft Somalia den Rücken kehrt, plädiert
ÄRZTE OHNE GRENZEN für eine Verstärkung der humanitären Hilfe.

"Somalias Kriegstote und -verwundete gehen in die Zehntausende. Drei Viertel
der Bevölkerung haben aufgrund der anhaltenden Gewalttätigkeiten keinen
Zugang zu Gesundheitseinrichtungen", sagt Ayham Bayzid, Projektleiter von
ÄRZTE OHNE GRENZEN in Galkaayo. Erst vor wenigen Wochen wurden in einer
Klinik von ÄRZTE OHNE GRENZEN nördlich von Mogadischu Patienten von
Bewaffneten getötet."

ÄRZTE OHNE GRENZEN ruft die Konfliktparteien auf, das humanitäre Völkerrecht
zu respektieren, das den Schutz der Zivilbevölkerung vor Gewalt und das
Recht auf Zugang zu dringend benötigter humanitärer Hilfe festlegt. ÄRZTE
OHNE GRENZEN ruft darüber hinaus die Geberländer und Hilfsorganisationen
auf, angemessen auf die Not in Somalia zu reagieren.

Nach dem Scheitern des UN-Einsatzes hat sich die internationale Gemeinschaft
kontinuierlich aus Somalia zurückgezogen. Die Zahl der in Somalia tätigen
Hilfsorganisationen sank in den vergangenen zehn Jahren von 200 auf 61. Im
selben Zeitraum ging die finanzielle Unterstützung der Geberländer um 90
Prozent zurück. Gleichzeitig ist die Not der Zivilbevölkerung groß und
übersteigt bei Weitem die Kapazitäten der verbleibenden Hilfsorganisationen.

Seit Beginn des Bürgerkrieges 1990 wurden rund zwei Millionen Somalier
vertrieben. Auch die Teams von ÄRZTE OHNE GRENZEN wurden in den vergangenen
Jahren mehrfach gezwungen, sich aufgrund der Gewalt zurückzuziehen. Die
Ausbreitung von Infektionskrankheiten wie Cholera, Typhus, Meningitis oder
Tuberkulose wird durch die Zerstörung von Gesundheitseinrichtungen und
Mangel an Trinkwasser noch beschleunigt. Die Mütter- und Kindersterblichkeit
gehört zu den höchsten der Welt. Ein Viertel der Kinder wird nicht älter als
fünf Jahre. Schätzungsweise 500.000 Menschen sind derzeit von
Nahrungsmittelengpässen bedroht.

ÄRZTE OHNE GRENZEN ist seit 1986 in Somalia tätig. Die Organisation arbeitet
derzeit in den Regionen Bakool, Bay, Mudug, Benadir und Middle Shabelle. Sie
konzentriert sich auf die Versorgung von Kriegsverletzten und Vertriebenen,
reagiert bei Epidemien und Unterernährung, leistet medizinische
Basisversorgung und führt Impfprogramme durch.

Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp,
Nairobi/Berlin, 9. Dezember 2002.
www.aerzte-ohne-grenzen.de




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