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Asiatische Nashörner: fast ausgestorben

Neue WWF-Studie zeigt dramatische Situation für Sumatra-Nashorn auf

Frankfurt, 13. August 2002: Die Lage der asiatischen Nashörner ist nach Meinung des WWF äußerst dramatisch: Einer aktuellen WWF-Studie zufolge sind zwei der drei dort heimischen Nashorn-Arten vom Aussterben bedroht. Besonders gefährdet ist das Sumatra-Nashorn: In Malaysia und Indonesien haben sich seine Bestände in nur acht Jahren von geschätzten 600 auf nur noch 300 Tiere halbiert. Vom seltensten Großsäugetier der Welt, dem Java-Nashorn, leben noch knapp 60 Tiere im äußersten Westen der Insel Java und weniger als acht Tiere in Südvietnam. Der WWF macht für die prekäre Situation vor allem den Raubbau an den Wäldern und kontinuierliche Wilderei verantwortlich. Beide Faktoren haben das Sumatra-Nashorn an den Rand des Aussterbens gebracht.

„Das Horn des Nashorns ist sein Untergang“, fasst Roland Melisch, Artenschutzexperte beim WWF, die Bedrohung durch Wilderer zusammen. Erst kürzlich seien in Nepal 15 Panzernashörner innerhalb von nur fünf Monaten von Wilderern getötet worden. Indien büßte in zwei Jahren 35 Tiere durch Wilderei ein, im Süden Sumatras starb jüngst ein Nashornbulle in einer Schlinge. Beim Java-Nashorn haben die vom WWF und seinen Partnerorganisationen finanzierten Anti-Wilderer-Brigaden bislang verhindern können, dass in den letzten Jahren weitere Tiere gejagt wurden. Aber selbst die 40 Patrouillen, die die Reviere des Sumatra-Nashorns schützen, scheinen angesichts der jüngsten alarmierenden Zahlen noch zu wenig zu sein. „Um das Sumatra-Nashorn vor dem Aussterben zu retten, brauchen wir mindestens doppelt so viele Anti-Wilderer-Brigaden wie jetzt. Und wir erwarten auch eine klare Verpflichtung von Malaysia und Indonesien zur Rettung der Nashörner“, so Roland Melisch. „Wir dürfen nicht zulassen,! dass die majestätischen Nashörner weiterhin der Profitgier zum Opfer fallen!“

Drei der insgesamt fünf Nashornarten leben in Asien, und alle sind durch den Menschen bedroht: Erschießen, vergiften, aufspießen oder in Fallen fangen die Methoden der Wilderer, die es auf die letzten asiatischen Nashörner abgesehen haben, sind vielfältig. Sie sind auf der Jagd nach dem begehrten Horn und nach anderen Körperteilen der Tiere, die in der traditionellen asiatischen Medizin zu fiebersenkenden Zwecken eingesetzt werden.

Neben der Wilderei werden die drei Nashorn-Arten Asiens das Panzernashorn, das Java-Nashorn und das Sumatra-Nashorn dadurch bedroht, dass ihr Lebensraum schwindet; sei es durch Landwirtschaft, Holzfällerei oder für Plantagen für Palmöl, Zellstoff, Kaffee oder Kakao. Wenn die Wälder für Plantagen gerodet werden, wird es leichter, zu den Nashörnern vorzudringen. Das führt wiederum zu mehr Wilderei, und immer weniger Nashörner bleiben übrig. Je weniger Tiere es noch gibt, umso mehr können Krankheiten oder Naturkatastrophen zum Aussterben führen. „Die asiatischen Nashörner werden nur überleben, wenn wir die Nachfrage für medizinische Zwecke der Volksmedizin stoppen und den schrumpfenden Lebensraum erhalten können“, stellt Roland Melisch fest.

Dass Erfolge möglich sind, zeigt der Kaziranga Nationalpark in Nordostindien. Dort konnte die Nashorn-Population innerhalb von hundert Jahren von einem Dutzend Panzernashörner auf 1.500 Tiere gesteigert werden. Ebenso in Nepal: Im Chitwan-Tal gab es nach intensiver Wilderei vor 34 Jahren nur noch etwa 100 Nashörner. Seit das Tal 1973 zum Nationalpark erklärt wurde, hat sich der Bestand bis heute versechsfacht.

Roland Melisch,
Leiter Referat Artenschutz/TRAFFIC,
Ulrike Bauer, Pressestelle, Tel. 0 69/7 91 44-1 53
WWF Deutschland


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