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ISSN 1610-0611
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CITES: Den Haien geht es an den Kragen

CITES: Den Haien geht es an den Kragen

WWF ist enttäuscht über die Vorentscheidung zur Zukunft der Haie

Frankfurt a. M./Santiago de Chile: Die Delegierten der Weltartenschutzkonferenz CITES haben sich in einer geheimen Abstimmung ganz knapp gegen den Schutz der Riesen- und Walhaie ausgesprochen. Ein stellvertretend für die EU von Großbritannien gestellter Antrag, den Riesenhai in den Anhang II des Artenschutzabkommens zu stellen, sowie ein gleich lautender Antrag Indiens und der Philippinen für die riesigen Walhaie wurden abgelehnt. Beide Fische gehören zu den größten und ältesten Meeresbewohnern und sind durch Übernutzung und unregulierten Fischfang stark bedroht.

“Erneut haben sich die Haischützer die Zähne an der Fischereilobby ausgebissen!”, kommentiert WWF-Artenschutzexperte Volker Homes die Entscheidungen. Der
WWF verurteilt insbesondere die großen Fischereinationen China, Japan und Island, die sich offen gegen den Schutz der Wal- und Riesenhaie ausgesprochen haben. Die Polemik einzelner Delegationen führte dazu, dass die Anträge die notwendige Zweidrittel-Mehrheit jeweils mit nur wenigen Stimmen verfehlten. Beide Hai-Arten sind durch die große Nachfrage ostasiatischer Länder nach Flossen, Fleisch, Lebertran und Knorpel bedroht. Da sie langsam und oft in Küstennähe schwimmen, sind sie für Fischer leichte Beute - und ein lukratives Geschäft: Für die Flossen eines einzigen Riesenhais werden auf den Märkten von Hongkong bis zu 2.300 Euro bezahlt. Das begehrte Produkte landet in den Kochtöpfen - vor allem in Taiwan haben immer mehr Restaurants Walhaiflossen auf der Speisekarte. Da Wal- und Riesenhaie nur langsam wachsen, spät geschle!
chtsreif werden und nur wenige Nachkommen zeugen, können sich die “lebenden Fossilien” von der Überfischung nur sehr schlecht erholen. Schätzungsweise 100 Millionen Haie verschiedener Arten werden jedes Jahr gefangen, viele von ihnen ausschließlich wegen ihrer Flossen.

“Ohne eine strikte Begrenzung des Handels mit Haiprodukten haben Riesen- und Walhaie keine Chance! Bis zur nächsten Artenschutzkonferenz 2005 vergehen drei
wertvolle Jahre. Dann kann es für Schutzmaßnahmen schon zu spät sein”, so Volker Homes. Bereits bei der letzten Weltartenschutzkonferenz im Jahr 2000 wurden Anträge zum Schutz der Wal- und Riesenhaie abgelehnt. Seither wurden viele aussagekräftige Daten gesammelt, die die Bedrohung der beiden Arten noch stärker als bisher verdeutlichen. Der WWF fördert Projekte zur Erforschung des Riesenhais sowie Projekte, die den Ökotourismus unterstützen. Auf den Philippinen kann man zum Beispiel mit den Haien tauchen - so werden die imposanten Tiere für die Touristen interessant und damit vor dem Tod durch die Harpune geschützt.


WWF Deutschland
Rebstöcker Straße 55
60326 Frankfurt

13.11.02


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