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Konferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES): Die Zeit für den Artenschutz läuft langsam ab
Zu Beginn der zweiten Verhandlungswoche auf der Weltartenschutzkonferenz CITES in Santiago de Chile fordert der WWF die 160 Regierungsdelegationen auf, Schutzmaßnahmen für Elefanten, Schildkröten, Mahagoni, Schwarze Seehechte, Riesenhaie und Walhaie zu beschließen. Nach der ersten Verhandlungswoche und angesichts der positiven Vor-Entscheidungen zum weiteren Schutz der Wale und des Anden-Kamels Vikunja sind die WWF-Beobachter vor Ort voller Hoffnung, dass die Delegierten in der verbleibenden Zeit zu konkreten Ergebnissen für den Artenschutz kommen werden.
Eines der heikelsten Themen der Konferenz wird gleich am Wochenanfang diskutiert: Es geht um den Handel mit Elfenbein. Die Anträge einiger südafrikanischer Länder, den begrenzten Elfenbeinhandel zu gestatten, ohne Bedingungen zum Schutz der Elefanten zu integrieren, lehnt der WWF strikt ab. „Wir spielen hier auf der Konferenz kein Lotto, sondern brauchen verbindliche Vereinbarungen mit Gewähr!“, fordert Volker Homes, WWF-Artenschützer und Beobachter in Santiago. „Wenn legale jährliche Handelsquoten für Elfenbein zugelassen werden, könnte die Wilderei noch mehr zunehmen. Derzeit kann noch kein Sicherheitssystem das Gegenteil garantieren.“ Für den Handel mit Elfenbein ist es nach Meinung des WWF noch zu früh. Bevor Zugeständnisse für den Handel gemacht werden können, müssten die eingeführten Kontrollmaßnahmen in Afrika und Asien erst einmal Wirkung zeigen. Auch der Schutz des Mahagonis wird in dieser Woche auf der Tagesordnung stehen. Ein gemeinsamer Antrag Nicaraguas und Guat! emalas wird vom WWF unterstützt. Ist der Antrag erfolgreich, darf das südamerikanische Edelholz nur noch unter Auflagen, das heißt mit expliziter Genehmigung, gehandelt werden. Brasilien, in dessen Wäldern schätzungsweise 80 Prozent des Mahagonis illegal gefällt werden, wehrt sich stark gegen die Handelsbeschränkung. „Brasilien sägt an dem Ast, auf dem es sitzt: Wenn die Mahagoni-Bäume weiterhin in gleichem Maße gefällt werden, sind sie innerhalb der nächsten fünf Jahre so selten geworden, dass Mahagoni wirtschaftlich nicht mehr genutzt werden kann auch nicht von Brasilien“, warnt Volker Homes. Der WWF fordert die brasilianische Delegation auf, sich während der Konferenz klar zum Schutz des Mahagonis zu bekennen.
Positive Signale gibt es zur Halbzeit der Konferenz beim Schutz der asiatischen Süßwasser-Schildkröten, die bislang noch nicht in den Anhängen von CITES gelistet sind und deren Handel völlig unreguliert ist. Deutschland, China und die USA haben mit Unterstützung des WWF mehrere Anträge zur Aufnahme von mehr als 15 verschiedenen Schildkrötenarten in den Anhang II eingereicht. Der WWF hofft, dass die Anträge im Laufe dieser Woche angenommen werden und der Handel mit den bedrohten Panzertieren reguliert wird. Auch wegen der vorläufigen Ablehnung der japanischen Anträge zum Handel mit Produkten von Zwerg- und Brydeswalen geht die WWF-Delegation in Santiago de Chile zuversichtlich in die zweite Verhandlungswoche.
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11.11.2002
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