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(CITES): Nippon macht wieder Jagd auf Zwergwale

Konferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES):
Nippon macht wieder Jagd auf Zwergwale

WWF: Auslaufen der Fangflotte ist ein Affront gegenüber der zeitgleichen Vorab-Entscheidung der Artenschutzkonferenz gegen den Handel mit Fleisch und Produkten von Walen

Heute ist eine japanische Walfangflotte ausgelaufen. Kurs: Richtung Antarktis. Ziel: Innerhalb der nächsten fünf Monate sollen die fünf Schiffe rund 400 Zwergwale
töten. Die Umweltstiftung WWF wertet diesen Schritt als herben Affront gegenüber der derzeit in Santiago de Chile tagenden Weltartenschutzkonferenz CITES: „Das ist ein Schlag in die Magengrube von CITES“, empört sich WWF-Artenschutzexperte Volker Homes, derzeit selbst vor Ort in Chile. „Gerade heute ist eine wichtige Vorab-Entscheidung gefallen, dass der Handel mit Fleisch von Zwergwalen weiterhin streng verboten bleibt. Japan demonstriert mit seinem Verhalten mal wieder, welchen geringen Stellenwert es internationalen Artenschutzabkommen beimisst.“ In den Nachmittagsstunden trafen die Delegierten eine Vorentscheidung: Ein Antrag Japans auf Wiederaufnahme des Handels mit Fleisch von Zwergwalen wurde mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. Die endgültigen Entscheidungen zum künftigen Verbot des Walfleischhandels, bei den!
en es auch um die Brydeswale gehen wird, werden von der WWF-Delegation in der nächsten Woche erwartet. Ähnliche Anträge Japans und Norwegens, den Handel mit Walprodukten zuzulassen, wurden bereits auf den letzten CITES-Konferenzen abgelehnt. Die beiden Länder sind die einzigen Nationen, die derzeit Jagd auf Wale machen.

Zwar sprechen japanische Behörden von einem rein wissenschaftlichen Auftrag der heute ausgelaufenen Flotte, doch die Experten des WWF weisen ausdrücklich
darauf hin, dass wieder einmal kommerzieller Walfang hinter hehren Forschungszielen versteckt werde. „Wer glaubt, er könne Naturschützer und Wissenschaftler in aller Welt an der Nase herumführen, hat sich gründlich ins Fleisch geschnitten!”, so Homes weiter. Obwohl die Jagd auf alle Großwale durch die Internationale Walfangkommission IWC 1986 verboten wurde, nutzt Japan ein Schlupfloch der bestehenden Schutzbestimmungen und jagt die Tiere zu angeblich wissenschaftlichen Zwecken. In Wahrheit stehen Fleisch und Speck der Wale auf dem Speisezettel vieler Japaner. Da der eigene, „wissenschaftliche“ Walfang nicht ausreicht, ist Japan an weiteren Lieferanten und deshalb auch an der Wiederaufnahme des Handels interessiert. Als potenzielle Lieferanten gelten Norwegen und Island. Zwergwale, auch Minkwale genannt, gehören zu den Bart!
enwalen. Sie werden bis zu zehn Meter lang und bis zu zehn Tonnen schwer und können 50 Jahre alt werden. Zwergwale gelten als gefährdet, sind aber die zahlreichste Art unter den Großwalen. Die Zahl der so genannten Nördlichen Zwergwale, die auf der Nordhalbkugel leben, wird auf 100.000 bis 200.000 Tiere geschätzt, während um die Antarktis wahrscheinlich noch mehr Zwergwale leben. Die Gewässer um die Antarktis und der Indische Ozean sind Wal-Schutzgebiete, in denen der Walfang grundsätzlich verboten ist. Für die Wal verarbeitende Industrie wurden das Fleisch und der Speck der „kleinen“ Wale erst lukrativ, als die größeren Verwandten, zum Beispiel Blau- und Finnwale, bereits stark dezimiert waren. Heute sind Zwergwale die am meisten gejagte Walart der Welt: 2001 fielen insgesamt 1.080 Tiere den japanischen Harpunen zum Opfer, mehrere Hundert weitere wurden von norwegischen Walfängern getötet.

Weitere Informationen und Fotomaterial erhalten Sie über www.wwf.de/presse
Der WWF bis zum 15. November mobil in Santiago de Chile erreichbar:
Volker Homes, WWF-Referat Artenschutz/TRAFFIC, mobil: 0170/4765664
Ulrike Bauer, WWF-Pressestelle, mobil: 0151/12151086
Ansprechpartner in Deutschland: Roland Melisch: 0171/1454272, Jenni Glaser: 0173/8775635

WEITERE INFORMATIONEN: http://www.wwf.de/presse/index.html
KONTAKT
Volker Homes, WWF-Referat Artenschutz, mobil: 0170/4765664
Ulrike Bauer, WWF-Pressestelle, mobil: 0151/12151086

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