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Konferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES): Piraten leeren die Meere
WWF fordert die Delegierten auf, der räuberischen Fischerei ein Ende zu bereiten
Frankfurt a. M./Santiago de Chile: Vom kleinen Seepferdchen bis zum größten Fisch der Welt, dem Walhai - viele Meerestiere haben das gleiche Problem: Es werden weit größere Mengen aus dem Meer gefischt und auf den Märkten gehandelt, als Nachkommen gezeugt werden. Auf der zurzeit in Santiago de Chile stattfindenden Weltartenschutzkonferenz CITES demonstriert der WWF heute gegen diese „Piratenfischerei“ und fordert von den Delegierten, dem illegalen und unregulierten Fischfang und Handel einen Riegel vorzuschieben.
„Wir brauchen sofort Handelskontrollen für bedrohte Fischarten“, fordert WWF-Artenschutzexperte Volker Homes in Santiago. „Wenn die Meere erst einmal leer sind, nützt es nichts mehr, den Rückwärtsgang einzulegen. Dann sind viele wertvolle Fischarten für immer verschwunden.“ Insbesondere die beiden Giganten unter den Fischen, der Walhai und der Riesenhai, sind stark gefragt. Auf den Märkten Asiens werden zunehmend Flossen, Fleisch, Knorpel und Lebertran der Haie als Delikatessen und zu medizinischen Zwecken gehandelt. Dem gestiegenen Handel mit diesen Produkten können diese Fische nicht standhalten, da sie nur langsam wachsen, erst spät geschlechtsreif werden und zu wenige Nachkommen haben. Auch die Schwarzen Seehechte, die in antarktischen Gewässern leben, sind durch den unregulierten Fischfang bedroht. In den vergangenen vier Jahren wurden rund 240.000 Tonnen Seehecht gehandelt - nur die Hälfte des Fangs war legal. Selbst vor kleinen Meeresbewohnern wie den Seepferdchen mac! ht der Handel nicht Halt: Mindestens 20 der etwa 32 verschiedenen Arten sind bereits durch übermäßigen gezielten Fang bedroht. Seepferdchen werden vor allem getrocknet als Heilmittel in der asiatischen Medizin eingesetzt, landen aber auch in Souvenirläden in Deutschland oder sterben einen langsamen Tod in Aquarien von Heimtier-Liebhabern. In diesem Jahr sind nach Schätzungen mindestens 70 Tonnen getrocknete Seepferdchen im Handel, das entspricht 24,5 Millionen einzelnen Tieren.
„Fisch wird immer noch vorrangig als Konsumartikel gesehen anstatt ihn als wertvolles Lebewesen zu schätzen“, bedauert Volker Homes. Der WWF fordert, dass die Artenschutzkonferenz im Bereich der Meerestiere einen neuen Schwerpunkt setzt. CITES sollte einen weltweiten, einheitlichen Prozess entwickeln, um den internationalen Handel für ausgewählte Arten verfolgen und nachvollziehen und um sich gezielt für bedrohte Arten einsetzen zu können. „Wenn die eingereichten Anträge zu Seehechten und Haien in Santiago angenommen und diese wirtschaftlich wertvollen Fische unter den Schutz der CITES-Konvention gestellt würden, wäre das ein echter Meilenstein im weltweiten Artenschutz“, so Homes weiter.
WWF Deutschland Rebstöcker Straße 55 60326 Frankfurt 8.11.2002
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