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(CITES): Tauziehen um die letzten Fische

Konferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES): Tauziehen um die letzten Fische

WWF fordert eindeutiges Bekenntnis der Delegierten zum Schutz bedrohter Meerestiere

Das Konferenzwochenende in Santiago de Chile bedeutet keinen Pausengong: Hinter den Kulissen der Weltartenschutzkonferenz setzt sich das zähe Ringen der Befürworter und Gegner von Handelskontrollen für besonders bedrohte Meerestiere fort. „Wir wollen nicht, dass wertvolle Fischarten für immer verschwinden“, betont Volker Homes, WWF-Artenschutzexperte und Berater der Delegierten vor Ort. „Viele der vorgebrachten Wirtschaftsargumente gegen Handelskontrollen bei Fisch und Fischprodukten, die gerade von führenden Fischereinationen in die Debatte eingebracht werden, blockieren eine konstruktive Lösung. Tatsache ist, dass der Zustand vieler Fischbestände katastrophal ist, die Überwachung der Fangquoten geschieht wie in der Steinzeit.“ In Santiago de Chile demonstrierten WWF- Aktivisten am vergangenen Freitag gegen die weit verbreitete „Piratenfischerei“ und forderten die Delegierten auf, dem illegalen und unregulierten Fischfang und - handel endlich ein Ende zu bereiten.

Australien macht vor, wie wirtschaftliche Interessen mit dem Schutz wertvoller Fischarten gekoppelt werden können: Für die Konferenz hat eine Allianz aus
Naturschutz- und Fischereibehörden, dem Fischereiunternehmen Austral Fisheries Ltd. und dem WWF einen Antrag lanciert, der einen Schlussstrich unter die Ausbeutung der südlichen Polarmeere ziehen soll. Ziel des Antrags ist die Kontrolle des Handels von Schwarzen Seehechten, die zu den langsam wachsenden Zahnfischen zählen. Fast alle Fänge sind für den Export bestimmt, seit 1996 wurden rund 240.000 Tonnen gehandelt die Hälfte davon stammt aus illegalen und unregulierten Fängen. Für Piratenfischer ist der Fang ein derart lukratives Geschäft, dass sie auf der Flucht vor der australischen Küstenwache sogar Tausende Kilometer durch das kalte Südpolarmeer in Kauf nehmen.

Vor den Küsten Patagoniens ist der Schwarze Seehecht bereits so gut wie verschwunden, sodass die Fischereinationen Chile und Argentinien ihr Glück nun in den
Gewässern rund um die Antarktis suchen. Auch Frankreich und Spanien, die zu den wichtigen EU-Fischereinationen zählen, gehören zu den Seehechtfischern. Zusammen mit Japan bremsen sie die Debatte um Handelskontrollen. Hauptmärkte für Seehechte sind Japan, Nordamerika und die Europäische Union. „Länder, die langfristig ihre Fischerei-Erträge sichern wollen, müssen wirksame internationale Handelskontrollen für wertvolle und ausgebeutete Fischarten unterstützen. Wir können uns keine weiteren Papiertiger leisten, sondern brauchen Beschlüsse mit Biss, wie sie die Artenschutzkonferenz fassen kann“, fordert Homes von den Delegierten. Sein Appell richtet sich vor allem an die Vertreter der EU, der USA und Japans, denn alleine die reicheren OECD-Länder tragen für rund ein Drittel der weltweiten Fischanlandungen von 78 Millionen T!
onnen die Verantwortung. Nicht nur Seehechte, sondern auch Seepferdchen, Walhaie und viele andere Meerestiere haben das gleiche Problem: Es werden weit größere Mengen aus dem Meer gefischt und auf den Märkten gehandelt, als Nachkommen gezeugt werden.

WWF Deutschland
Rebstöcker Straße 55
60326 Frankfurt

10.11.2002


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