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CITES: Vorentscheidung zum Elefantenschutz
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CITES: Vorentscheidung zum Elefantenschutz
WWF-Forderungen zum Schutz der Dickhäuter zum Teil aufgenommen
Frankfurt a. M./Santiago de Chile, Auf der zurzeit in Santiago de Chile stattfindenden Weltartenschutzkonferenz CITES zeichnet sich seit heute eine Entscheidung in der Debatte um den Handel mit Elfenbein ab. Bei einer Vorabstimmung der Delegierten wurden die Anträge der beiden südafrikanischen Länder Botswana und Namibia zum begrenzten Handel mit deutlicher Mehrheit angenommen. Die beiden Staaten verfügen wie die meisten anderen Länder des südlichen Afrikas über Elfenbein aus legalen Quellen und möchten die enormen Kosten für ihre nationalen Naturschutzprogramme aus dem Handel mit dem weißen Gold decken. Der WWF beurteilt die Vorentscheidung skeptisch: “Wenn der Beschluss Bestand hat, wird es frühestens Mitte 2004 zu einer kontrollierten Verschiffung von Elfenbein kommen. Der WWF kann die Aufnahme des Elfenbeinhandels nur gutheißen, wenn bis dahin die erforderlichen Überwachungssysteme funktionieren und so die Wilderei von Elefanten eingedämmt wird”, sagt Volker Ho! mes, WWF-Artenschützer und Beobachter in Santiago. Der WWF begrüßt die Bedingung, dass Gelder aus dem genehmigtem Elfenbeinhandel in Maßnahmen zum Schutz des Elefanten fließen müssen. Dies forderte der WWF im Vorfeld der Verhandlungen.
Von den beiden bereits früher beschlossenen Kontrollsystemen zur Überwachung der Wilderei (MIKE: Monitoring Illegal Killing of Elephants) und des Elfenbeinschmuggels (ETIS: Elephant Trade Information System) funktioniert derzeit nur letzteres. MIKE gilt als weltweit anerkanntes Instrument, um die Situation der Wilderei an Elefanten in Afrika und Asien “im Feld” zu verfolgen und zu dokumentieren. Dabei handelt es sich um ein ortsgebundenes Kontrollsystem, das an 55 Standorten in Afrika und 15 in Asien die Todesursache von Elefanten erfasst. Nach Einschätzung des WWF liefert MIKE den afrikanischen Staaten zwar wertvolle Ursachenanalysen über die illegale Jagd, lässt aber für Afrika noch keine Trendaussage zu. Da sich ein kontrollierter Handel mit Elfenbein auch auf die Situation des noch bedrohteren asiatischen Elefanten auswirken kann, fordert der WWF, dass MIKE auch in Asien funktioniert. ETIS beobachtet den illegalen Handel von Elfenbein und Elefantenleder. Hauptabnehmer il! legalen Elfenbeins ist China, das im Zuge des Wirtschaftsbooms eine enorme Renaissance des Elfenbein verarbeitenden Handwerks erlebt. Die Märkte Chinas sind derzeit völlig unkontrolliert. Auch Thailand, Nigeria, Äthiopien und die Demokratische Republik Kongo zählen zu den “bösen Buben” beim Elfenbeinschmuggel. Sie alle haben enorme unkontrollierte Binnenmärkte für Elfenbein. “Wer heute Elefanten schützen will, muss vor allem diese ‚Achse des Bösen‘ der unkontrollierten Elfenbein-Märkte überwachen!”, fordert Homes. Der WWF unterstützt die Umsetzung von MIKE und ETIS.
Für heute stehen weitere Vorentscheidungen zum Elfenbeinhandel an: Anträge von Südafrika, Zimbabwe, Sambia, Kenia und Indien stehen noch zur Debatte.
WWF Deutschland Rebstöcker Straße 55 60326 Frankfurt 12.11.2002:
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