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Grenzenloser Schutz für gefiederte Globetrotter

Grenzenloser Schutz für gefiederte Globetrotter

WWF: Gastgeberland Deutschland muss beim Schutz von wandernden Vögeln aufholen

Frankfurt, 25. September 02: Millionen Vögel machen sich jedes Jahr auf die Reise: Unabhängig von Staatsgrenzen ziehen Wasservögel wie Ringelgänse, Knutts und Kiebitzregenpfeifer über viele tausend Kilometer von ihren Brutstätten in weit entfernte Winterquartiere. Auf ihrem langen Weg sind sie vielen Gefahren ausgesetzt, wie der Jagd oder der Zerstörung ihrer Lebensräume, und müssen länderübergreifend geschützt werden. Zu diesem Zweck wurde 1999 das „Abkommen zum Schutz wandernder afrikanisch-eurasischer Wasservögel (AEWA)“ geschlossen. Zum Auftakt der 2. Vertragsstaatenkonferenz des Abkommens in Bonn erwartet der WWF wichtige Verbesserungen für die ziehenden Wasservögel.

„230 Wasservogelarten kommen in dem Gebiet des Abkommens von Südafrika bis zur Arktis in Grönland und Sibirien vor. Alle diese Arten müssen erfasst und wenn nötig geschützt werden,“ fordert Hans-Ulrich Rösner für den WWF auf der Konferenz. So soll z.B. der Afrikanische Pinguin neu in das Abkommen aufgenommen werden. Sein geringer Bestand ist massiv durch Ölpest aus Schiffshavarien bedroht.

Der WWF erwartet von allen Mitgliedstaaten, dass bei der Wasservogeljagd nicht länger Bleischrot verwendet wird. Tausende von Tonnen Blei gelangen so bislang in die Gewässer und Millionen von Vögeln werden Jahr für Jahr dadurch vergiftet. Zum Schutz der einzelnen Vogelarten soll es außerdem spezielle Aktionspläne geben. Einer der ersten gilt der Ringelgans, die in Deutschland im Wattenmeer vorkommt und für die mit diesem Plan künftig eine natürliche Entwicklung des Bestandes möglich werden soll.

Vom Gastgeberland Deutschland fordert der WWF, dass das Wasservogelabkommen künftig durch Finanzierung von Projekten in Afrika und in der Arktis stärker als bisher unterstützt wird. Nur so können auch die in Deutschland vorkommenden und durchziehenden Wasservögel geschützt werden. Doch auch in Deutschland selbst gibt es viel zu tun: Viele Feuchtgebiete sind noch nicht ausreichend geschützt. Und auch die Verpflichtung, die Entwicklung der Bestände dieser Arten bundesweit zu erfassen, wird bislang nicht erfüllt.


WWF Deutschland
Rebstöcker Straße 55
60326 Frankfurt
25.09.02:


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